Einst der Stolz Südkoreas, jetzt auf dem besten Weg zur KI-Abstellkammer: Samsung, das Chip-Imperium mit stolzer Vergangenheit, rutscht tiefer in die Krise – und das ausgerechnet im Jahrhundertspiel namens Künstliche Intelligenz.
Im zweiten Quartal 2025 hat das Unternehmen die Bilanz veröffentlicht – und zwar eine, bei der selbst der Taschenrechner kurz Schnappatmung bekam: -55 % beim Betriebsgewinn, -94 % beim Herzstück „Chip-Sparte“, und das trotz leicht gestiegener Umsätze. Wer braucht schon Gewinn, wenn man Hoffnung verkaufen kann?
Was ist passiert? Nun, Samsung hat laut Analysten „den KI-Zug verpasst“. Leider war es der Shinkansen, und Samsung stand noch am Bahnsteig mit einem Nokia 3310 in der Hand. Während SK Hynix und Micron ihre KI-tauglichen Speicherchips brav an Nvidia & Co. ausliefern, musste Samsung zusehen – angeblich, weil die eigenen Chips bei Nvidias Tests regelmäßig durchfielen. (Spoiler: Nvidia steht auf Speed, nicht auf Bauchlandungen.)
Doch dann, wie aus dem Hyperloop gefallen, kommt Elon Musk mit einem $16,5-Milliarden-Deal um die Ecke. Der Tech-Messias vertraut Samsung die Produktion der neuen AI6-Chips für Teslas Robo-Flotte an. Musk will persönlich „die Linie entlanglaufen“, um bei der Effizienz nachzuhelfen. Insider vermuten, dass er dabei zwinkernd Chips von TSMC aus dem Maschinenraum zieht.
Die Märkte jubeln – Aktie +6,9 % – und Analysten atmen durch: Wenn einer noch Hoffnung hat, dann der Mann, der Raketen landet und Autos sprechen lässt. Nur: Die Produktion startet erst 2027 – bis dahin muss Samsung wohl weiter Kaffee kochen in Texas’ leerstehender Superfabrik.
Unterm Strich bleibt: Samsung hat gemerkt, dass man im KI-Zeitalter nicht mit „wir waren mal groß“ punktet. Der Rückstand auf TSMC ist real. Die nächste Wette heißt Tesla – und diesmal muss sie sitzen. Denn wer zweimal das KI-Wettrennen verpasst, landet nicht im Maschinenraum der Zukunft, sondern im Technikmuseum gleich neben Kodak.
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