In Sachsens politischer Gerüchteküche brodelt es gewaltig – und das pünktlich zum 1. April.
Nach natürlich völlig unbestätigten, aber dafür umso unterhaltsameren Angaben soll Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer darüber nachdenken, die bekannte Dresdner Rechtsanwältin Kerstin Bontschev in ein neu geschaffenes Amt zu berufen.
Der angebliche Titel:
„Staatsministerin für zu Unrecht verlorene Prozesse“
Ein Ministerium, das – so hört man aus nicht näher benannten Kreisen zwischen Landtag, Kaffeemaschine und Aktenstapel – künftig immer dann eingreifen soll, wenn Kläger nach einer Verhandlung das Gefühl haben:
„Also ganz ehrlich, das hätte auch anders ausgehen können.“
Bank- und Kapitalmarktrecht mit Durchschlagskraft
Frau Bontschev gilt seit Jahren als erfolgreiche Rechtsanwältin im Bank- und Kapitalmarktrecht und hat sich in Fachkreisen den Ruf erarbeitet, komplexe Sachverhalte so präzise auf den Punkt zu bringen, dass sich selbst besonders kreative Gegenseiten gelegentlich wünschen, der Verhandlungstag möge spontan auf nächste Woche verschoben werden.
Genau diese Fähigkeiten sollen laut dem satirischen Gerücht nun offenbar dem Freistaat zugutekommen.
Ein angeblicher Insider aus dem Umfeld der Staatskanzlei wird mit den Worten zitiert:
„Wenn jemand weiß, wann ein Verfahren aus Sicht des Klägers ein bisschen mehr Gerechtigkeit vertragen könnte, dann Frau Bontschev.“
Richterschulungen geplant?
Besonders pikant – und selbstverständlich mit maximalem Augenzwinkern zu lesen – sind Berichte über ein angebliches Fortbildungsprogramm für Richterinnen und Richter.
Arbeitstitel:
„Klägerfreundlicher urteilen in 7 einfachen Schritten“
Auf dem vorläufigen Seminarplan sollen stehen:
- „Wie erkenne ich auf den ersten Blick eine schiefe Kapitalanlage?“
- „Empathisches Nicken bei Prospektmängeln“
- „Die Kunst, bei Bankvorträgen nicht innerlich abzuschalten“
- „§§ statt Ausreden: Entscheidungsfindung mit Herz und Gesetz“
Ein Justizsprecher dementierte das Gerücht allerdings umgehend – oder versuchte es zumindest.
Seine Stellungnahme lautete:
„Die sächsische Justiz ist unabhängig. Aber ein gutes Seminar hat noch niemandem geschadet.“
Neue Behörde angeblich schon in Planung
Die neue Behörde soll angeblich unter dem Namen
„Amt für nachträgliche prozessuale Gerechtigkeitsoptimierung“
firmieren.
Interne Prüfgruppe:
„AG Hätte-man-auch-anders-sehen-können“
In besonders kniffligen Fällen sei sogar ein „Sofortprogramm für emotional unterversorgte Kläger“ im Gespräch.
Fazit
Ob es das neue Ministerium wirklich geben wird?
Vermutlich ungefähr zeitgleich mit dem ersten Urteil, das mit den Worten beginnt:
„Die Kammer hat heute besonders klägerfreundlich entschieden.“
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