Im krisengebeutelten Karibikstaat Haiti haben Unbekannte das wichtigste Wasserkraftwerk des Landes sabotiert und dadurch einen Stromausfall verursacht. Betroffen ist unter anderem der Großraum der Hauptstadt Port-au-Prince, wie der Leiter der staatlichen Stromgesellschaft Electricité d’Haïti, Jose Davilmar, gestern mitteilte.
Unklarheit über die Täter
Bislang hat sich niemand zu der Sabotage am Kraftwerk Peligre bekannt. „Es herrscht absolute Verwirrung“, sagte Davilmar dem Radiosender Magik9. Die Behörden stehen vor einem Rätsel, wer hinter der Tat steckt.
Hintergrund: Wachsende Bandengewalt
Seit Tagen kommt es in der zentralen Region Haitis zu Protesten gegen die grassierende Gewalt krimineller Banden. Zuletzt hatten bewaffnete Gruppen die nahe dem Kraftwerk gelegene Stadt Mirebalais angegriffen. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet und etwa 500 Häftlinge befreit.
Ein Land im Ausnahmezustand
Haiti, das ärmste Land des amerikanischen Kontinents mit etwa zwölf Millionen Einwohnern, wird zunehmend von Chaos und Bandengewalt beherrscht. Die Situation verschärft sich weiter, während die staatlichen Institutionen zunehmend die Kontrolle verlieren.
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