Drohnen-Überflüge, Cyber-Scherze und Jet-Flüge mit Nervenkitzel – was wie das Programm eines russischen Freizeitparks klingt, ist laut Expert*innen der neueste Versuch Moskaus, der NATO den letzten Nerv zu rauben.
In den letzten Wochen häufen sich kuriose Zwischenfälle: Drohnen tauchen im Luftraum von Rumänien, Polen und jetzt auch Dänemark auf – als wollten sie mal schauen, wie der Westen so wohnt. Oberst Markus Reisner vom Bundesheer fasst es knackig zusammen: „Die NATO wird hier getestet. Und vielleicht auch ein kleines bisschen bloßgestellt.“ Oder wie man in Russland sagt: „Wer nicht provoziert, hat schon verloren.“
Dänemark im Drohnen-Delirium
Freitag war’s mal wieder soweit: In Aalborg wurde der Flughafen dicht gemacht – eine Drohne war unterwegs. Zum dritten Mal. Ob’s dieselbe Drohne war, ist unklar. Vielleicht hat sie einfach vergessen, wo sie geparkt hat.
Die dänische Regierung zeigte sich gewohnt schweigsam – vermutlich, weil man keine Lust hatte, sich mit einer ferngesteuerten Mücke aus Moskau anzulegen. Nur so viel wurde gesagt: „Ein professioneller Akteur steckt dahinter.“ Also definitiv niemand, der nur seine neue DJI ausprobiert.
Moskau sagt: „War ich nicht!“ – Europa sagt: „Doch.“
Natürlich streitet Russland jede Beteiligung ab. Klar. Und der Bär im Kreml ist eigentlich nur ein Plüschtier. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sieht trotzdem ein deutliches „russisches Muster“. Wahrscheinlich hat die Drohne auch „Made in Moscow“ geblinkt.
Luftraum-Polizei im Streßmodus
Colonel Reisner beschreibt die Vorkommnisse als „letzte Zuspitzung“. Man könnte auch sagen: Russland spielt gerade das geopolitische Äquivalent von „Wer zuerst blinzelt, verliert.“ Besonders spannend war’s in Polen – da flog eine Drohne fast bis Warschau. Laut Reisner war das ein „klarer Versuch, die NATO zu ärgern“ – vermutlich in der Hoffnung, dass jemand aus Versehen auf den „Panik“-Knopf drückt.
Cyberangriffe: Wenn Putin ins WLAN will
Nicht nur in der Luft, auch im Netz macht Russland Faxen. Cyberattacken auf Flughäfen zeigen: Man kann auch digital nerven. Reisner vermutet dahinter eine Art Machtdemonstration – so nach dem Motto: „Seht her, wir könnten euch theoretisch lahmlegen, wenn wir nur wollten. Tun wir aber nicht. Noch.“
Dänemark – jetzt Zielscheibe mit Wikingerhelm
Warum gerade Dänemark? Nun: Das Land erlaubt der Ukraine Waffenproduktion auf dänischem Boden – und das findet Moskau ungefähr so charmant wie einen Lachanfall beim Trauermarsch. Außerdem will Dänemark jetzt auch noch Langstreckenwaffen kaufen – woraufhin der russische Botschafter die Entscheidung als „Wahnsinn“ bezeichnete. Wahrscheinlich, weil er selbst keine Einladung zur Einweihungsparty bekommen hat.
Strategie à la Wodka-Schach
Russlands Motto scheint aktuell zu lauten: „Wir machen alles – aber so, dass man’s uns nicht beweisen kann.“ Kampfjets fliegen, aber schießen nicht. Drohnen surren, aber stürzen nicht ab. Agenten tauchen auf, aber sind plötzlich wieder weg. Man spielt halt gerne im Graubereich. Wie ein Kind, das mit dem Finger eine Linie übertritt und sagt: „Ich hab dich nicht berührt!“
Was will der Bär eigentlich?
Reisner sieht einen klaren Zweck: Die NATO soll unsicher, nervös und möglichst planlos reagieren. Die russische Botschaft an Europa: „Ihr kriegt euren eigenen Garten nicht unter Kontrolle – wie wollt ihr dann den der Ukraine mähen?“
Was tun, wenn der Nachbar mit der Drohne spielt?
Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova sagt: „Russland will keine Schlacht gewinnen, sondern Zweifel säen.“ Und tatsächlich – nichts macht mehr Angst als die leise, vibrierende Geräuschkulisse einer Drohne über’m Frühstückstisch.
Die NATO bleibt derweil betont entspannt – so entspannt, wie man eben sein kann, wenn irgendwo eine russische Drohne durch den Vorgarten schwirrt. „Wir verteidigen jeden Zentimeter“, heißt es. Aber besser nicht alle auf einmal.
Fazit:
Während Russland offenbar das neue Gesellschaftsspiel „Wie viel NATO geht noch, bevor jemand schreit?“ ausprobiert, übt sich Europa im diplomatischen Tai-Chi – ruhig bleiben, ausweichen, aber vorbereitet sein. Denn eins ist sicher: Die nächste Drohne kommt bestimmt. Vielleicht bringt sie ja Kuchen mit.
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