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Die Bekanntgabe des Strafmasses für den russischen Kremlkritiker und früheren Öl-Milliardär Michail Chodorkowski ist im Westen auf scharfe Kritik gestossen.
Das Urteil «lasse ernsthafte Fragen über die selektive Anwendung des Gesetzes aufkommen», sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums. Ein Moskauer Gericht hatte am Donnerstag verkündet, dass der Erzfeind von Premier Wladimir Putin wegen Unterschlagung und Geldwäsche bis 2017 hinter Gittern bleiben muss.

Prozessbeobachter prangerten zahlreiche Ungereimtheiten im Strafverfahren an. Der Entscheid des Moskauer Richters sorgt auch in der EU für Empörung. «Die Vorwürfe über Unrechtmässigkeiten während des Prozesses sind Anlass zu ernster Sorge und Enttäuschung», sagte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton.

«Die EU erwartet von Russland, dass es seine international eingegangenen Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit einhält», erklärte sie. Die deutsche Regierung bezeichnete das Urteil als Rückschritt auf dem von Präsident Medwedew eingeschlagenen Weg der Modernisierung Russlands.

Chodorkowski, der einst reichste Mann Russlands war bereits zu Wochenbeginn schuldig gesprochen worden. Das Gefängnisurteil wird mit einer früheren Haftstrafe verrechnet. Chodorkowski sitzt seit 2003 im Gefängnis. Sein Geschäftspartner Platon Lebedew erhielt das gleiche Urteil.

Im aktuellen Prozess wegen Unterschlagung von etwa 200 Millionen Tonnen Öl sowie Geldwäscherei erhielt Chodorkowski dreizehneinhalb Jahre Haft.

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