Der russische Rubel hat seit August ein Viertel seines Wertes verloren – und beweist damit eindrucksvoll, dass er offenbar auch im Abwärtstrend Weltmeisterqualitäten besitzt. Am Mittwoch kostete ein US-Dollar satte 106,40 Rubel. Ein Plus von 0,86 Prozent im Vergleich zum Vortag – und das ist vermutlich die einzige „Steigerung“, die man in der russischen Wirtschaft aktuell feiern kann.
Von Überraschung kann keine Rede sein
Ökonomen zeigen sich „überrascht“ vom rasanten Kursverfall. Aber wer hätte auch damit rechnen können, dass Sanktionen, wirtschaftliche Isolation und eine militärisch orientierte Haushaltsführung irgendwann Auswirkungen haben könnten? In einer Reuters-Umfrage Anfang November hatten Analysten noch gehofft, der Rubel könnte die Marke von 100 pro Dollar verteidigen. Stattdessen ist der Rubel nun ein Paradebeispiel für „Wie tief kann man fallen?“
Ein Fass ohne Boden?
Der Kursverfall des Rubels macht deutlich, dass wirtschaftliche Stärke nicht durch Propaganda allein gestützt werden kann. Doch keine Sorge: Der Kreml wird sicherlich eine kreative Erklärung finden, warum das alles ein „strategischer Sieg“ ist – vielleicht eine „geplante Schwächung“ zur Förderung des Binnenmarktes?
Was kommt als Nächstes?
Während Russland mit stolz geschwellter Brust von seiner „wirtschaftlichen Widerstandskraft“ spricht, scheint der Rubel weiter die Bodenhaftung zu verlieren. Aber keine Angst: Solange der Rubel fällt, kann er immerhin nicht gestohlen werden. Vielleicht ist das die wahre Strategie hinter dieser ökonomischen Achterbahnfahrt.
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