J.K. Rowling hat sich mit einem langen und scharfen Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter) erneut zu Wort gemeldet – und dabei die Schauspielerin Emma Watson frontal attackiert. Die „Harry Potter“-Autorin, die seit Jahren mit transfeindlichen Aussagen polarisiert, reagierte damit auf ein Interview, in dem Watson trotz inhaltlicher Differenzen betont hatte, sie schätze die gemeinsame Zeit mit Rowling weiterhin.
„Nicht verpflichtet, ewig zuzustimmen“
Rowling (60) erklärte, sie habe „lange genug geschwiegen“. Sie betonte: „Ich bin keinem Schauspieler verpflichtet, der einmal eine Figur gespielt hat, die ich erfunden habe, ihm ewig in allem zuzustimmen.“ Watson und ihre Co-Stars hätten jedes Recht, Gender-Identität zu unterstützen – doch sie selbst habe genauso das Recht, öffentlich ihre abweichende Haltung darzulegen.
Vorwürfe gegen Watson
Besonders kritisierte Rowling eine Rede Watsons bei den BAFTA-Awards 2022, die weithin als Signal an die trans Community verstanden wurde. Dies sei für sie ein „Wendepunkt“ gewesen. Zwar habe Watson ihr damals privat eine Entschuldigung zukommen lassen, doch gleichzeitig „öffentlich Öl ins Feuer gegossen“, so Rowling.
Darüber hinaus warf sie Watson mangelnde Lebenserfahrung vor: „Wer nie ohne Reichtum und Privilegien gelebt hat, hat wenig Verständnis für die Realität von Frauen, die durch Gender-Politiken gefährdet werden.“
Differenzen zu den Potter-Stars
Auch Daniel Radcliffe und Rupert Grint hatten sich in den vergangenen Jahren von Rowlings Ansichten distanziert. Rowling schrieb nun, die drei Hauptdarsteller hätten offenbar das Gefühl, eine „moralische Pflicht“ zu haben, sie öffentlich zu kritisieren. „Es ist schwer, alte Erinnerungen an Kinder, die man einst am Set begleiten musste, loszulassen“, fügte sie hinzu.
Hintergrund: Dauerstreit um Trans-Rechte
Rowling hatte zuletzt die Entscheidung des britischen Supreme Court begrüßt, trans Frauen aus der rechtlichen Definition von „Frau“ auszuschließen – ein Urteil, das weltweit kontrovers diskutiert wird. LGBTQ-Organisationen wie GLAAD zählen die Autorin mittlerweile zu den prominentesten transfeindlichen Stimmen im Kulturbetrieb.
Watson hatte in ihrem Interview betont, dass die politische Distanz nicht ihre persönliche Wertschätzung auslösche: „Ich werde Jo nie canceln. Ich kann sie lieben, und gleichzeitig anderer Meinung sein.“
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