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Roboter übernehmen – langsam, tollpatschig, aber sehr höflich

DrSJS (CC0), Pixabay
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Auf der Technikmesse CES in Las Vegas war dieses Jahr nicht die künstliche Intelligenz der Star, sondern ihre tollpatschigen Cousins: die Roboter. Die neue Mission? Uns endlich vom Albtraum namens „Wäsche falten“ zu erlösen.

Der südkoreanische Konzern LG schickte dafür seinen neuesten Haushaltsknecht „CLOiD“ ins Rennen. Der Roboter soll Kipferl ins Backrohr bugsieren, Milch aus dem Kühlschrank holen und – Trommelwirbel – Socken zusammenlegen. Bei der Vorführung wirkte CLOiD allerdings eher wie ein überforderter Praktikant am ersten Tag: langsam, etwas wackelig und gelegentlich auf menschliche Hilfe angewiesen. Aber hey, wenigstens hat er höflich den Staubsauger gerufen, als er Schmutz sah. Delegieren kann er schon mal wie ein echter Manager.

Während CLOiD noch damit kämpft, nicht über herumliegende Hausschuhe zu stolpern, plant Hyundai Größeres: Der Konzern will mit seinem Roboter „Atlas“ die Fabriken dieser Welt erobern – natürlich nur zu unserem Wohl und zur „Entlastung der Belegschaft“. Klar. Ab 2028 soll Atlas Bauteile sortieren, ab 2030 dann schwere Lasten heben – vermutlich inklusive der Moral der noch übrig gebliebenen menschlichen Kollegen.

Tesla winkt mit seinem ewigen Prototyp „Optimus“ aus der Ferne, der bislang eher mit Ankündigungen glänzt als mit Einsätzen. Konkurrenz belebt das Geschäft – oder ersetzt es bald ganz.

Auch Nvidia will mitmischen. Gemeinsam mit Siemens bastelt man an digitalen Zwillingen von Fabriken – quasi Roboter in der Matrix. Die Idee: Erst simulieren, dann bauen. Fehler macht man heute lieber virtuell.

Ob das alles wirklich kommt? Unklar. Bis dahin bleibt der Roboter eher ein langsamer Butler mit digitalem Charme. Aber spätestens wenn er die Steuererklärung übernimmt und Teenager zum Zimmeraufräumen überreden kann, sind wir dabei. Bis dahin falten wir unsere Unterhosen wohl doch noch selbst – zumindest, wenn’s schnell gehen muss.

 

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