Schluss mit lustig im Snack-Regal! Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sagt dem Feind der Nation den Kampf an: Ultra-verarbeitete Lebensmittel – oder wie der moderne Mensch sie nennt: „mein gesamter Speiseplan“.
In einem 69-seitigen Manifest, das den Titel „Make America Healthy Again“ trägt, macht sich Kennedy daran, der Kalorienkrise den Kampf anzusagen. Zielscheibe: Alles, was lecker, praktisch und haltbar ist – also Chips, Cola, Fertigsuppen, Eiscreme, aber auch… Tofu? Proteinriegel? Pflanzenmilch?
Moment – ist das nicht auch „gesund“?
Was ist eigentlich „ultraverarbeitet“?
Tja, genau das weiß niemand so richtig. Die Wissenschaft streitet sich noch. Denn unter „ultra-processed food“ (kurz: UPF) fallen sowohl die berüchtigten „Nacho-Käse-Chips mit Limonenstaub“ als auch die hippe Hafermilch aus dem Biomarkt. Beides enthält industriell hergestellte Zutaten, die wir ohne Lebensmittelchemie-Studium nicht aussprechen können.
Der Unterschied: Die einen machen dick, die anderen kosten 4,50 Euro pro Liter und sind „in“. Na dann.
Der Geschmack der Zukunft – oder der Vergangenheit?
Laut Studien stammen inzwischen über 70 % der amerikanischen Kalorienzufuhr aus genau diesen UPFs. Der Grund? Die schmecken gut, halten ewig und sind… na ja, bequem.
Doch der gesundheitliche Preis ist hoch: Laut einer Studie aus dem British Medical Journal von 2024 hängen mehr als 30 chronische Krankheiten mit UPFs zusammen – darunter Fettleibigkeit, Diabetes, Herzkrankheiten und sogar psychische Probleme.
Kennedy will wissen: Wie ungesund ist ungesund wirklich?
Das Gesundheitsministerium will jetzt herausfinden, was genau „ultraverarbeitet“ überhaupt bedeutet. Denn wie will man etwas regulieren, das man nicht eindeutig definieren kann? Ein Schokoriegel ist offensichtlich nicht Brokkoli. Aber wie sieht es mit Tiefkühllasagne mit drei Gemüsesorten und 25 Zusatzstoffen aus?
Ernährungswissenschaftlerin Michele Polacsek warnt: „Wir wissen noch nicht genug.“ Es sei ein Fehler, voreilig Gesetze zu machen, bevor man überhaupt weiß, welcher Zusatzstoff eigentlich die Katastrophe auslöst – oder ob es am Ende einfach nur die vierte Portion war.
Und jetzt? Alles verbieten?
Wohl kaum. Marion Nestle (nein, kein Verwandter des Konzerns) von der NYU sagt: „Das wäre unmöglich – so isst Amerika nun mal.“ Immerhin zeigte eine Studie des Landwirtschaftsministeriums 2023, dass sich auch mit 91 % UPF-Anteil eine gesunde Ernährung basteln lässt. Sie schmeckt halt salzig, aber hey – immerhin gesund.
Was bleibt: Vielfalt, Vernunft – und ein bisschen Genuss
Nestles Fazit: „Wer bunt isst und sich nicht komplett von Verpacktem ernährt, macht vieles richtig.“ Ganz ohne Panik – und auch ohne Schuldgefühle beim nächsten Müsliriegel. Denn, wie sie sagt: „Essen ist eines der großen Vergnügen im Leben – und das soll auch so bleiben.“
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