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Rick Singer darf wieder Studienbewerber beraten – unter Auflagen

MIH83 (CC0), Pixabay
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 „Rick“ Singer, der Hauptverantwortliche hinter dem US-weiten Bestechungsskandal um Studienplatzvergaben („Operation Varsity Blues“), darf künftig wieder Schüler bei der Bewerbung an Elite-Universitäten beraten – allerdings nur unter strengen Auflagen.

Laut am 15. Juli veröffentlichten Gerichtsdokumenten entschied Richterin Denise J. Casper vom US-Bezirksgericht in Massachusetts, dass Singer erneut eine Beratungsfirma für Studienzulassungen führen darf – vorausgesetzt, er legt allen Klienten seine kriminelle Vergangenheit in schriftlicher Form offen und veröffentlicht diese Erklärung sichtbar auf seiner Website.

Singer war 2023 zu 42 Monaten Haft, über 10 Millionen Dollar Entschädigungszahlungen und der Einziehung von Vermögenswerten in Höhe von 8,7 Millionen Dollar verurteilt worden. Bereits 2019 hatte er sich schuldig bekannt, unter anderem Prüfungsaufsichten bestochen, falsche sportliche Leistungen erfunden, Bewerbungsunterlagen manipuliert und Millionenzahlungen von wohlhabenden Familien erhalten zu haben.

Neue Firma – mit altem Know-how

Trotz seiner Vorgeschichte will Singer unter dem Firmennamen ID Future Stars wieder als Berater aktiv werden. Auf seiner Website wirbt er damit, bereits „Tausende von Studierenden und Talenten begleitet“ zu haben. Künftig muss er laut Gerichtsbeschluss jedoch eine vollständige Erklärung seiner Straftaten aushändigen – inklusive des Umstands, dass er mehr als 25 Millionen Dollar eingenommen und davon über 15 Millionen für sich selbst verwendet habe.

Singers Anwalt Aaron Katz erklärte, sein Mandant habe „keinerlei Probleme damit, seine Vergangenheit transparent zu machen“ – das habe er ohnehin bereits getan. Schon länger finde sich auf der Unternehmenswebsite ein Schuldeingeständnis von Singer, in dem er erklärt, er habe Fehler gemacht und wolle künftig mit seiner Erfahrung „zukünftige Führungspersönlichkeiten positiv prägen“.

Kritik an der Entscheidung

Die US-Staatsanwaltschaft hatte auf eine härtere Regelung gedrängt. Singers Anwälte kritisierten das gerichtlich festgelegte Offenlegungsdokument als „öffentlich beschämend“ und warfen der Regierung vor, Singer dadurch isolieren und geschäftlich behindern zu wollen.

Der größte Zulassungsskandal der US-Geschichte

Die „Operation Varsity Blues“ erschütterte 2019 das US-amerikanische Bildungssystem. Mehr als 50 Personen, darunter Prominente wie Felicity Huffman und Lori Loughlin, wurden angeklagt. Singers Firma hatte unter anderem:

  • SAT- und ACT-Prüfungen manipuliert (inkl. Ersatzkandidaten),

  • Sportliche Leistungen erfunden und

  • Fotos gefälscht, um Bewerberinnen als Hochleistungssportlerinnen auszugeben.

Zu den betroffenen Hochschulen zählten namhafte Einrichtungen wie Yale, Stanford, USC, Wake Forest und Georgetown.

Zweifel trotz Auflagen

Obwohl Singer nun offen mit seiner Vergangenheit umgehen muss, äußern Experten weiterhin Kritik. Der Bildungsjournalist Jeff Selingo sagte bereits 2024:
„Es ist eine Branche ohne Regulierung und ohne Lizenzpflicht – also perfekt für jemanden, der einen Neustart sucht. Und die Ängste vieler Eltern sind heute größer denn je.“

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