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Richter: Flüchtlinge sind keine Briefmarken – man kann sie nicht einfach einsammeln

qimono (CC0), Pixabay
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Ein Bundesrichter in Minnesota hat der Trump-Regierung vorerst den Zugriff auf Flüchtlinge untersagt – zumindest jenen Zugriff, der ohne richterliche Erlaubnis, nachvollziehbare Gründe oder menschliches Maß auskommt. Die Devise lautet nun: Überprüfen ja – wegsperren nein.

Richter John Tunheim machte in seiner Entscheidung deutlich, dass das US-Einwanderungsrecht kein Freifahrtschein für Verhaftungssprints im Supermarkt ist. Auch wenn manch ein Bundesbeamter von ICE sich vielleicht genau das erhofft hatte.

„Flüchtlinge haben das Recht, sich in den Vereinigten Staaten aufzuhalten – und zwar ohne ständig damit rechnen zu müssen, beim Kirchgang verhaftet zu werden“, so Tunheim, der augenscheinlich eine gewisse Vorstellung von Grundrechten besitzt.

Verwirrung in Washington: Flüchtlinge dürfen leben?

Die Anordnung kommt zur Unzeit – zumindest aus Sicht der Trump-Regierung. Dort hatte man offenbar gehofft, dass ein massiver Einsatz von ICE-Beamten in Minnesota für Ordnung sorgt. Ordnung in der Form: Menschen in Handschellen, Lager voll, Listen leer.

Doch nun sollen die bisher Inhaftierten – und das sind nicht wenige – sofort wieder freigelassen werden. Nicht etwa nach längerer Prüfung, sondern wirklich sofort. ICE dürfte jetzt mit einem Dilemma kämpfen: Wie lässt man jemanden frei, den man nie hätte festnehmen dürfen, ohne das Gesicht zu verlieren?

Stephen Miller empört: Wenn Recht regiert, stirbt die Ordnung

Aus dem Weißen Haus meldete sich postwendend Stephen Miller, Trumps oberster Hüter der imaginären Mauer und offizieller Sprecher für alles, was irgendwie gegen Migranten gerichtet ist. Auf X (ehemals Twitter) wetterte er von „juristischer Sabotage“ und davon, dass „die Demokratie untergraben“ werde – offenbar weil ein Gericht entschieden hat, dass Menschen keine illegalen Gegenstände sind.

ICE unter Druck: „Steht nicht über dem Gesetz“ – leider

Ein zweiter Richter fand unterdessen klare Worte für die Eigenmächtigkeiten der Einwanderungsbehörde ICE, die offenbar richterliche Anordnungen ähnlich behandelt wie Tempolimits in Texas: als höflichen Hinweis, der ignoriert werden darf.

In einem tragischen Nebenaspekt wurde bekannt, dass zwei ICE-Beamte nach einem tödlichen Einsatz gegen einen US-Bürger in Minneapolis suspendiert wurden – ein Detail, das den Druck auf die Behörde weiter erhöht. Festnehmen, ohne zu differenzieren, scheint nicht nur rechtlich, sondern auch menschlich problematisch.

Fazit: Verfassung schlägt Vollzugsfantasie

Was bleibt? Eine klare Botschaft aus Minnesota: Auch im Land von „Law and Order“ gilt manchmal das Recht. Flüchtlinge dürfen nicht einfach abgeholt werden wie bestelltes Essen. Und wer Bundesrichter ist, darf durchaus daran erinnern, dass die USA auch ein paar Gesetze haben, die nicht in Großbuchstaben auf Mützen stehen.

Für ICE, CBP und das Trump’sche Verständnis von Ordnung heißt das: Zurück an die Gesetzestexte. Und vielleicht ein wenig Empathie einüben – gibt’s bald als E-Learning.

 

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