Im Wirtschaftskrimi des Jahres spielt wieder einmal der Tiroler Immobilienzauberer Rene Benko die Hauptrolle – jener Mann, der offenbar dachte, Transparenz sei etwas, das nur bei Fenstern gilt.
Laut Finanzprokuratur-Chef Wolfgang Peschorn gibt es im Fall Signa „noch viele offene Fragen“.
Was eine diplomatische Umschreibung für „Wir haben keine Ahnung, wo das ganze Geld hin ist“ sein dürfte.
Peschorn betont:
„Wir brauchen das große Bild.“
Blöd nur: Das große Bild hängt wahrscheinlich längst in einem Signa-Penthouse in Luxemburg – neben einem Ölgemälde von Benko selbst, gemalt auf die Rückseite eines Steuerbescheids.
Mehr als 1.100 Firmen – und jede kennt nur die nächste
Das von Benko geschaffene Signa-Imperium umfasste laut Akten über 1.130 Gesellschaften.
Oder wie es ein Steuerprüfer formulierte: „Ein Labyrinth, das sogar Theseus mit GPS aufgeben würde.“
Ein erheblicher Teil der Gelder sei „über Luxemburg geflossen“, also jenen charmanten Zwergstaat, der seit Jahrzehnten das Finanzäquivalent zu einem Zeugenschutzprogramm für Kapital ist.
Noch unklar ist, woher das Geld ursprünglich kam.
Manche Theorien gehen davon aus, dass es sich um Investorenkapital handelt, andere, dass es einfach in einem besonders cleveren Kreisverkehr geparkt wurde, um dann mit Sonnenbrille und falschem Bart wieder bei Signa Prime einzusteigen.
Geldwäsche oder Waschsalon?
Peschorn hält es für möglich, dass die Millionen „über mehrere Stationen wieder ins Signa-System eingespeist“ wurden.
Kurz gesagt: Das Geld hat vielleicht einfach nur eine kleine Weltreise gemacht, um sich selbst ein Alibi zu verschaffen.
„Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um Geldwäsche handelt“, so Peschorn.
Insider vermuten, dass das Geld inzwischen so oft gewaschen wurde, dass es mittlerweile biologisch abbaubar ist.
Privatstiftungen: Die elegante Garderobe für verschwundene Millionen
Ein weiteres Kapitel aus Benkos Finanzmärchen: seine Privatstiftungen.
Dort könnten laut Peschorn „große Summen geparkt worden sein“.
Man spricht hier nicht von einem Parkplatz, sondern eher von einem privaten Geld-Mammutbaum, der diskret in Liechtenstein wächst.
Justiz und Gläubiger haben auf diese Vermögen bisher keinen Zugriff – vermutlich, weil der Schlüssel irgendwo zwischen Monaco und Mayfair auf einem goldenen Tablett verloren ging.
Peschorn nennt es eine „Tür, die man öffnen muss“.
Die Nation nennt es: „Ein Tresor, der zufällig auch in Benkos Wohnzimmer steht.“
Der Elbtower – Turmbau zu Schulden
Vor knapp zwei Jahren stürzte das Signa-Imperium so spektakulär ein, dass selbst der Elbtower in Hamburg kurz zitterte – allerdings nicht vor Bauvibrationen, sondern vor finanzieller Panik.
Der einstige Visionär des Handels und der Hochhäuser hinterließ Gläubiger mit Forderungen in Milliardenhöhe – und die berechtigte Frage, wie ein Mann, der Galeria Karstadt Kaufhof kaufen konnte, offenbar keinen einzigen Cent übrig hatte, um seine Rechnungen zu bezahlen.
Der erste Prozess: Tiroler Gericht sucht Vermögen – und findet Spuren von Dolce Vita
Am Dienstag beginnt in Innsbruck der erste Prozess gegen den 48-Jährigen.
Es geht um den Verdacht, dass Benko Vermögenswerte versteckt haben soll.
Die Schadenssumme laut Justiz: 660.000 Euro – oder wie man in der Signa-Buchhaltung sagt: „Trinkgeld für den Anwalt des Anwalts“.
Benko selbst schweigt bisher, vermutlich weil die Worte „Ich bin unschuldig“ in der Luft so teuer geworden sind, dass sie eine weitere Gesellschaft gründen müssten.
Fazit: Österreich sucht den Exit aus dem Signa-Labyrinth
Während die Finanzprokuratur versucht, „das große Bild“ zu rekonstruieren, hoffen viele, dass sich am Ende zumindest ein kleines ergibt – vielleicht in Form eines Belegs oder einer Excel-Tabelle.
Doch bis dahin bleibt der Fall Benko ein Mahnmal dafür, dass man in Österreich nicht reich werden muss, um Schlagzeilen zu machen – man muss nur kreativ genug verschwinden.
🧩 Bonus-Zitat des Tages:
„Ich will nur das große Ganze sehen.“ – Wolfgang Peschorn
„Ich auch, aber bitte aus der Ferne – am besten von meiner Jacht aus.“ – Rene Benko (mutmaßlich)
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