Eine Koalition aus Einwanderer- und Bürgerrechtsorganisationen, darunter die ACLU Florida, die Florida Immigrant Coalition und weitere Gruppen, hat eine offizielle Reisewarnung für internationale Touristen ausgesprochen, insbesondere für Besucher des Bundesstaates Florida. Grund: Die zunehmende Zahl an willkürlichen Polizeikontrollen, mutmaßlichen Racial Profilings und übergriffiger Einwanderungskontrollen in Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Die Warnung richtet sich an Fußballfans aus aller Welt, die im Sommer zu den Spielen nach Florida reisen wollen. Dort sind unter anderem Begegnungen wie Portugal vs. Kolumbien, Brasilien vs. Schottland sowie ein Viertel- und ein Spiel um Platz 3 geplant.
„Florida ist kein sicherer Ort mehr für internationale Gäste,“ erklärte Tessa Petit von der Florida Immigrant Coalition. „Wenn Menschen allein wegen ihres Aussehens oder Akzents ohne Grund festgenommen werden können, ist niemand mehr sicher.“
Die Organisationen berichten von mehreren Fällen, in denen Touristen und sogar US-Bürger ohne Vorwarnung festgehalten wurden. Die Gruppen fordern internationale Besucher dazu auf:
- äußerste Vorsicht walten zu lassen,
- stets Ausweisdokumente mitzuführen, und
- ihre Reise vorab bei ihren Konsulaten zu registrieren.
FIFA unter Druck
Am Donnerstag versammelten sich Aktivist:innen vor dem FIFA-Büro in Miami und riefen den Verband auf, sich gegen aggressive Einwanderungskontrollen in Austragungsorten wie Miami Gardens zu positionieren. Zwar wurde kein Boykott gefordert, aber die FIFA solle klare Signale setzen, dass Menschenrechte auch während der WM zählen.
Besondere Sorge gilt Fans aus Lateinamerika, Afrika und Asien sowie Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, die besonders häufig von den Kontrollen betroffen sein könnten.
Kritik aus Europa: „Besser zu Hause bleiben“
Auch aus Europa kommt inzwischen deutliche Kritik. Der Schweizer Jurist Mark Pieth, ehemals Vorsitzender des FIFA-Reformkomitees, sagte gegenüber der Zeitung Der Bund:
„Es gibt nur einen Rat: Bleibt der WM in den USA fern. Wer bei der Einreise nicht ins Bild passt, landet schneller im Flugzeug zurück, als er „Tooor!“ rufen kann.“
Selbst der umstrittene Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter meldete sich auf Social Media zu Wort und schrieb: „Ich finde, Pieth stellt zu Recht Fragen zu dieser WM.“
Ob die FIFA auf die wachsende Kritik reagiert, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die WM 2026 könnte nicht nur sportlich, sondern auch politisch zu einem höchst aufgeladenen Ereignis werden.
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