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Regina aus Ilmenau – Wie sie in die Falle von Anlagebetrügern geriet

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Regina aus Ilmenau hatte nie zuvor Geld an der Börse investiert. Doch wie viele Menschen in Zeiten niedriger Zinsen suchte sie nach einer Möglichkeit, ihr Erspartes klug anzulegen. In sozialen Netzwerken stieß sie auf eine Einladung zu einer angeblich exklusiven Trader-Gruppe bei WhatsApp. Dort wurde mit beeindruckenden Grafiken, schnellen Gewinnen und zufriedenen Mitgliedern geworben. Alles wirkte seriös und professionell – genau das, was man sich als Einsteigerin wünscht.

Die ersten Gewinne – alles schien echt
Regina überwies eine kleine Summe. Schon nach wenigen Tagen wurde ihr ein kleiner Gewinn ausgezahlt – ein Trick, den Betrüger bewusst einsetzen, um Vertrauen aufzubauen. Andere Gruppenmitglieder posteten Screenshots von riesigen Renditen, angeblich im fünfstelligen Bereich. Regina war überzeugt, Teil einer echten Investment-Community zu sein.

Die Masche – immer neue Forderungen
Als sie schließlich eine größere Summe investierte, änderte sich der Ton. Ihre Gewinne seien zwar enorm, hieß es, aber eine Auszahlung könne nur erfolgen, wenn sie zuvor angebliche Steuern oder Gebühren überweise. Immer wieder wurde ihr versprochen, dass „nur noch eine letzte Zahlung“ nötig sei, bis sie ihr Geld erhalte. Die Betrüger erhöhten den Druck: Mit Nachrichten wie „Wenn Sie jetzt nicht handeln, verlieren Sie Ihre Gewinne“ oder Anrufen, in denen sie fast bedrängt wurde.

Das böse Erwachen
Am Ende hatte Regina nicht nur mehrere tausend Euro verloren. Sie musste auch feststellen, dass die Plattform, über die sie investierte, gefälscht war – eine täuschend echt aussehende Kopie seriöser Brokerseiten. Zusätzlich gab sie persönliche Daten preis, die nun in den Händen der Kriminellen sind. Damit riskierte sie nicht nur weiteres Phishing, sondern auch Identitätsmissbrauch.

Das System dahinter
Experten erklären: Solche Trader-Gruppen in WhatsApp oder Telegram sind keine Einzelfälle. Dahinter stecken international organisierte Banden, die mit psychologischem Druck, künstlich erzeugter Gruppendynamik und vorgetäuschten Erfolgen Vertrauen schaffen. Opfer sollen möglichst viel Geld einzahlen, bevor sie merken, dass es sich um Betrug handelt.

Die Folgen für Regina
Heute weiß Regina, dass sie Opfer einer ausgeklügelten Masche geworden ist. Sie hat Anzeige erstattet, doch ihr Geld ist vermutlich verloren – verschleiert über ausländische Konten und Kryptowährungen. Der emotionale Schaden ist mindestens genauso groß: Sie fühlt sich ausgenutzt, bloßgestellt und hat das Vertrauen in vermeintlich seriöse Finanzangebote verloren.

Warnung an andere
Die Polizei und Verbraucherschützer raten dringend:

  • Niemals auf Investmentangebote in WhatsApp- oder Telegram-Gruppen eingehen.

  • Keine Zahlungen für angebliche „Steuern“ oder „Freischaltungen“ leisten – das ist ein sicheres Betrugszeichen.

  • Nur über geprüfte, regulierte Broker investieren, die unter Aufsicht der BaFin oder anderer Finanzaufsichtsbehörden stehen.

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