Die Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) sind am Freitag im Frühhandel kräftig gestiegen. Angetrieben durch einen Bericht der Financial Times legten die Titel zuletzt um 6,4 Prozent auf 30,86 Euro zu.
Die Zeitung hatte unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass die EU in Erwägung ziehe, Sanktionen auf Vermögenswerte des russischen Oligarchen Oleg Deripaska teilweise aufzuheben. Konkret geht es um Anteile der Rasperia Trading Limited am Baukonzern STRABAG. Diese könnten an die RBI übertragen werden, um die Bank für Schadenersatzzahlungen in Russland zu kompensieren.
Nach Angaben von EU-Diplomaten setzt sich auch die österreichische Regierung dafür ein, dass eine entsprechende Klausel in das derzeit diskutierte 19. Sanktionspaket aufgenommen wird. Das Außenministerium in Wien verteidigte den Vorstoß, während die Bank selbst zu den Berichten keine Stellungnahme abgab.
Analysten der Erste Group bewerten die möglichen Schritte positiv. Da die Russland-Assets der RBI am Markt bislang als nahezu wertlos eingestuft würden, könnten selbst begrenzte Rückflüsse die Aktienbewertung spürbar verbessern. „Alles Positive, das aus Russland herauskommt, wäre ein Plus für die Aktie“, hieß es in einer ersten Reaktion.
Allerdings ist ein reibungsloser Beschluss auf EU-Ebene noch unsicher. Mehrere Mitgliedsstaaten könnten Einspruch erheben. Ob es tatsächlich zu einer Lockerung der Sanktionen und zum Transfer der STRABAG-Anteile kommt, bleibt somit offen – für die RBI-Aktie bedeutete die Nachricht dennoch einen deutlichen Kursschub.
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