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Razzia in Hyundai-Batteriefabrik: Trumps Einwanderungspolitik nimmt nun auch Arbeitgeber ins Visier

geralt (CC0), Pixabay
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Die Bilder sorgten international für Aufsehen: Fast 500 südkoreanische Arbeiter wurden Anfang September bei einer Razzia in einem im Bau befindlichen Batteriewerk von Hyundai und LG in Georgia festgenommen – viele von ihnen in Handschellen abgeführt. Offiziell geht es der US-Regierung nicht mehr nur um illegale Arbeitskräfte, sondern zunehmend auch um die Firmen, die sie beschäftigen.

Seit 1986 müssen Arbeitgeber die Arbeitsberechtigung ihrer Beschäftigten prüfen. Doch in der Praxis standen fast immer die Arbeiter selbst im Fokus, während Unternehmer selten belangt wurden. Kritiker werfen den Behörden vor, so ein System der Ausbeutung zu dulden: Billige Arbeitskräfte schuften unter gefährlichen Bedingungen, während Unternehmen Kosten sparen – und bislang kaum Konsequenzen fürchten mussten.

Neue Härte – mit Nebenwirkungen

Unter Präsident Trump soll sich das ändern. „Wer das System ausnutzt und unsere Arbeitnehmerschaft untergräbt, wird zur Rechenschaft gezogen“, erklärte Steven Schrank, leitender Ermittler des Heimatschutzministeriums für Georgia und Alabama. Die Razzia in Georgia sei Ergebnis einer monatelangen Untersuchung gewesen.

Allerdings trifft die Härte bislang nur die Arbeiter: Während die südkoreanische Regierung Charterflüge vorbereitet, um rund 300 ihrer Staatsbürger zurückzuholen, sitzen die Betroffenen in Abschiebehaft. Firmenleitungen oder Auftraggeber hingegen wurden bisher nicht strafrechtlich verfolgt – obwohl bekannt ist, dass ganze Netzwerke von Subunternehmern am Bau beteiligt waren.

Dilemma für die Industriepolitik

Die Aktion wirft auch ein Schlaglicht auf Trumps eigenes Dilemma. Einerseits wirbt er damit, die US-Industrie zurückzuholen und setzt auf Milliardeninvestitionen aus dem Ausland – Hyundai errichtet in Georgia eine der größten Batteriefabriken der Welt. Andererseits drohen die Razzien, ausländische Konzerne abzuschrecken, die auf qualifizierte Fachkräfte aus ihren Heimatländern angewiesen sind.

Fachleute betonen, dass die US-Arbeitskräfte vielerorts nicht über die nötige technische Expertise verfügen, um Projekte in dieser Größenordnung sofort zu stemmen. Für Hyundai und LG ist der Standort USA nur dank großzügiger Steuererleichterungen und staatlicher Förderungen attraktiv geworden – nun steht das Projekt durch die Arbeitskräftepolitik unter Druck.

Ein Gesetz ohne Zähne?

Formell drohen Arbeitgebern Geldstrafen bis zu 3.000 Dollar pro illegal beschäftigtem Arbeiter sowie Gefängnisstrafen. Doch laut Studien gab es in den letzten zehn Jahren weniger als 200 Strafverfahren gegen Arbeitgeber. Stattdessen konzentrierten sich Behörden auf kleinere Betriebe – etwa Restaurants oder Reinigungsfirmen. Große Konzerne blieben weitgehend verschont.

Das elektronische Prüfverfahren E-Verify sollte eigentlich für Klarheit sorgen, ist aber nicht in allen Bundesstaaten verpflichtend und leicht zu umgehen. Arbeitgeber können sich im Zweifelsfall auf „Unwissenheit“ berufen – ein Schlupfloch, das in der Praxis fast immer funktioniert.

Offene Fragen

Die Razzia in Georgia zeigt vor allem eins: Die Einwanderungspolitik der USA bleibt widersprüchlich. Während Trump öffentlich „die schlimmsten Kriminellen“ ins Visier nimmt, sind es in der Realität oft einfache Arbeiter, die als erste die Folgen spüren. Arbeitgeber hingegen, gerade große Konzerne, entgehen bislang weitgehend ernsthaften Konsequenzen.

Ob die laufenden Ermittlungen diesmal wirklich zu Anklagen gegen Verantwortliche führen – oder ob es bei einem symbolträchtigen Schlag auf Kosten der Schwächsten bleibt – ist noch offen.

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