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Razzia gegen Kreditbetrüger

Ricinator (CC0), Pixabay
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Am Dienstag, dem 12. Dezember, führten Einsatzkräfte in einer koordinierten Aktion umfangreiche Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen und weiteren Bundesländern durch. Insgesamt wurden 56 Orte – darunter Wohnungen, Büros und Geschäftsräume – ins Visier genommen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, das Landeskriminalamt NRW, die Steuerfahndung Düsseldorf und der Zoll waren an der Razzia beteiligt, die von der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) initiiert wurde. Grund für die Aktion war der Verdacht der banden- und gewerbsmäßigen Urkundenfälschung, Geldwäsche sowie Betruges.

Die Durchsuchungen fanden an verschiedenen Orten in NRW statt, unter anderem in Aachen, Arnsberg, Beckum, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Kaarst, Kleve, Köln, Langenfeld, Meerbusch, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Ratingen, Rösrath, Witten und Wuppertal, sowie in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Ein 40-jähriger Verdächtiger wurde festgenommen und sollte im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden.

Das Verfahren richtet sich gegen insgesamt 29 Personen im Alter von 26 bis 63 Jahren. Sie sollen zwischen Februar 2017 und August 2022 Dokumente wie Gehaltsnachweise, Kontoauszüge, Arbeits- und Mietverträge gefälscht und in Umlauf gebracht haben. Über eine Gesellschaft boten sie angeblich „Finanzierungslösungen für jedermann“ an und täuschten mit gefälschten Dokumenten bei Banken eine Bonität vor, um Darlehen für Immobilienfinanzierungen und hochpreisige Fahrzeuge zu erhalten. Der Gesamtwert der auf diese Weise erschlichenen Darlehen beläuft sich auf etwa 12 Millionen Euro.

Sieben der Beschuldigten werden zudem der Geldwäsche beschuldigt, da sie die illegal erlangten Gelder über Immobiliengeschäfte und Kontentransaktionen in den legalen Wirtschaftskreislauf einschleusten.

Bei den Durchsuchungen am 12. Dezember wurden Vermögenswerte im Wert von rund 6,3 Millionen Euro beschlagnahmt, darunter mehrere Immobilien, Bargeld, ein Rolls-Royce, hochpreisige Uhren und Handtaschen sowie Schmuck. Auch diverse Beweismittel wie Kontounterlagen, Miet- und Arbeitsverträge, Mobiltelefone und elektronische Speichermedien wurden sichergestellt.

Die Ermittlungen und die Auswertung der gefundenen Beweismittel dauern weiterhin an. Für die Delikte der gewerbs- und bandenmäßigen Urkundenfälschung können Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren verhängt werden, für Geldwäsche und Betrug bis zu fünf Jahren

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