Nach dem Tod zweier italienischer Anarchisten bei einer Explosion in einem verlassenen Gebäude in einem Park in Rom weitet die italienische Justiz ihre Ermittlungen auf das gesamte Umfeld der beiden aus. Bei den Toten handelt es sich um den 53-jährigen Alessandro Mercogliano und die 36-jährige Sara Ardizzone.
Nach Angaben der Ermittler sollen die beiden einen Anschlag vorbereitet haben. In mehreren italienischen Städten kam es inzwischen zu Durchsuchungen.
Verdacht auf geplanten Anschlag
Die beiden Leichen wurden am Freitag in einem Park im Süden der italienischen Hauptstadt entdeckt. Das Gebäude im Parco degli Acquedotti war durch die Explosion, die sich nach bisherigen Erkenntnissen bereits am Donnerstagabend ereignet haben dürfte, schwer beschädigt worden.
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass Mercogliano und Ardizzone möglicherweise beim Bau eines Sprengsatzes ums Leben kamen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Im Fokus steht nun die Frage, welches Ziel die mutmaßlichen Attentäter ins Visier genommen haben könnten. Zudem prüfen die Behörden, woher der verwendete Sprengstoff stammte und ob weitere Personen an den möglichen Anschlagsplänen beteiligt waren. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Sprengsatz aus Düngemittel und einem Zünder bestanden haben. In Rom durchsuchte die Polizei bereits die Wohnungen von fünf Personen aus dem anarchistischen Milieu.
Nationales Anti-Terror-Komitee einberufen
Im italienischen Innenministerium trat unter Leitung von Innenminister Matteo Piantedosi das nationale Anti-Terror-Komitee zusammen. An der Sitzung nahmen Vertreter von Polizei und Geheimdiensten teil.
Nach bisherigen Erkenntnissen könnte sich das mutmaßliche Anschlagsziel in der Nähe des Parks befunden haben. Im Südosten Roms gelten unter anderem ein bedeutender Bahnknotenpunkt, ein Polizeikomplex sowie eine Kaserne der Carabinieri als mögliche Ziele.
Die Sicherheitsbehörden stufen die Lage als äußerst angespannt ein. In einem aktuellen Jahresbericht der Geheimdienste wird die anarchistische Szene als eine der größten sicherheitspolitischen Herausforderungen eingestuft.
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