Die australische Fluggesellschaft Qantas ist von einem Bundesgericht zu einer Strafe von umgerechnet rund 50 Millionen Euro (90 Millionen australische Dollar) verurteilt worden. Grund dafür sind rechtswidrige Entlassungen während der Corona-Pandemie, die das Unternehmen in den Jahren 2020 und 2021 vorgenommen hatte.
Gericht setzt Zeichen gegen Missbrauch
Bundesrichter Michael Lee erklärte bei der Urteilsverkündung, die verhängte Strafe solle eine „echte Abschreckung“ für andere Arbeitgeber darstellen. Gerade in Krisenzeiten sei es nicht hinnehmbar, dass Unternehmen die Rechte von Beschäftigten verletzen.
Aufteilung der Strafzahlungen
Die verhängte Summe von 90 Millionen australischen Dollar soll aufgeteilt werden:
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50 Millionen Dollar gehen direkt an die Gewerkschaft Transport Workers Union (TWU), die die betroffenen Arbeitnehmer in dem Verfahren vertreten hatte.
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40 Millionen Dollar sind für Zahlungen an die entlassenen Beschäftigten vorgesehen, die während der Pandemie ihre Arbeitsplätze verloren hatten.
Hintergrund: Entlassungen während Corona
Qantas hatte während der Pandemie tausende Mitarbeiter entlassen und bestimmte Arbeitsbereiche ausgelagert. Das Gericht stellte fest, dass dies rechtswidrig geschah, da die Maßnahmen nicht nur betriebswirtschaftlich motiviert waren, sondern auch gezielt darauf abzielten, gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer zu schwächen.
Signalwirkung für die Wirtschaft
Das Urteil gilt als wichtige Entscheidung im australischen Arbeitsrecht. Es setzt ein klares Signal, dass Arbeitgeber bei Umstrukturierungen nicht über das Gesetz hinweggehen dürfen – auch nicht in Ausnahmesituationen wie einer globalen Pandemie.
Für Qantas, ohnehin angeschlagen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und den Imageschaden aus früheren Auseinandersetzungen, bedeutet die Millionenstrafe einen weiteren Rückschlag.
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