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Putin bezeichnet Tötung Khameneis als „zynischen Mord“

phoenix64 (CC0), Pixabay
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Der russische Präsident Wladimir Putin hat die gezielte Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei scharf verurteilt. In seinen ersten offiziellen Äußerungen seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran sprach Putin laut der staatlichen Nachrichtenagentur TASS von einem „zynischen Mord“, der gegen „alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts“ verstoße.

Khamenei werde in Russland als „herausragender Staatsmann“ in Erinnerung bleiben, erklärte Putin weiter.

Russland und der Iran gelten seit Jahren als enge Verbündete. Teheran unterstützt Moskau im Krieg gegen die Ukraine unter anderem mit Drohnen und ballistischen Raketen sowie beim Aufbau entsprechender Produktionsanlagen. Bereits zuvor hatte das russische Außenministerium die Angriffe der USA und Israels auf Iran als „rücksichtslosen Schritt“ und „unprovozierte bewaffnete Aggression“ verurteilt.

Iran bildet Führungsrat nach Khameneis Tod

Nach dem Tod des Obersten Führers hat der Iran einen vorläufigen Führungsrat eingesetzt, der die Amtsgeschäfte übernehmen soll. Laut Verfassung tritt in einem solchen Fall ein Gremium aus dem Präsidenten, dem Chef der Justiz und einem hochrangigen Geistlichen des mächtigen Wächterrats an die Spitze des Staates, bis die 88-köpfige Expertenversammlung einen neuen Obersten Führer wählt.

Dem Rat gehören Ajatollah Alireza Arafi (67), Präsident Masoud Peseschkian sowie Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Eje’i an. Arafi gilt als einflussreicher Geistlicher mit enger Verbindung zu Khamenei und bekleidet führende Positionen innerhalb der religiösen und politischen Institutionen des Landes.

Großbritannien wirft Iran „wahllose“ Angriffe vor

Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte, das iranische Regime reagiere mit „zunehmend wahllosen und weitreichenden“ Angriffen in der gesamten Region. Dabei seien auch britische Militäreinrichtungen ins Visier geraten.

So sei der britische Stützpunkt in Bahrain, an dem rund 300 Soldaten stationiert sind, Ziel iranischer Raketen- und Drohnenangriffe gewesen. Einige Geschosse seien nur wenige hundert Meter von britischem Personal entfernt eingeschlagen. Zudem seien zwei Raketen in Richtung Zypern abgefeuert worden, auch wenn diese offenbar nicht gezielt auf die Insel gerichtet gewesen seien.

Healey bezeichnete das iranische Regime als „Quelle des Bösen“ in der Region und verwies auf mutmaßlich vom Iran unterstützte Terrorpläne gegen Großbritannien sowie auf die Lieferung zehntausender Drohnen an Russland.

Israel greift iranische Militärziele in Teheran an

Die israelische Luftwaffe meldete neue Angriffe auf Ziele in Teheran, darunter das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte. Begleitend veröffentlichte sie Videoaufnahmen, die die Zerstörung eines Gebäudekomplexes zeigen sollen.

Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, israelische Kampfflugzeuge seien nun dauerhaft im Luftraum über Teheran präsent. Künftig werde ein „ununterbrochener Luftstrom“ Angriffe auf militärische Ziele in der Hauptstadt durchführen.

Zudem bekräftigte das israelische Militär, man werde die Hamas-Angriffe vom 7. Oktober 2023 „nicht vergessen“ und weiterhin gegen Israels Feinde vorgehen.

Irans Präsident kündigt „Rache“ an

Der iranische Präsident Masoud Peseschkian bezeichnete die Tötung Khameneis als „offene Kriegserklärung gegen Muslime, insbesondere Schiiten“. Vergeltung sei das „legitime Recht und die Pflicht“ des Landes.

In einer im Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung sprach er von einem „historischen Verbrechen“ und kündigte an, die Verantwortlichen mit aller Entschlossenheit zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Iran ist mehrheitlich schiitisch geprägt. Auch im Irak stellen Schiiten die Mehrheit, während in den meisten Golfstaaten sowie in Ägypten Sunniten dominieren.

Die Lage in der Region bleibt angespannt. Während internationale Akteure scharf Stellung beziehen, wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten.

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