Startseite Allgemeines Polizei nimmt flüchtigen Mafia-Boss der „Società foggiana“ fest – Zugriff nach fünf Jahren auf der Flucht
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Polizei nimmt flüchtigen Mafia-Boss der „Società foggiana“ fest – Zugriff nach fünf Jahren auf der Flucht

jhusemannde (CC0), Pixabay
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In einer groß angelegten Aktion ist der italienischen Polizei ein bedeutender Schlag gegen die Mafia gelungen. Nach fünf Jahren auf der Flucht wurde in der süditalienischen Stadt Foggia (Region Apulien) ein 39-jähriger mutmaßlicher Anführer der „Società foggiana“ festgenommen. Wie die Carabinieri mitteilten, erfolgte der Zugriff in den frühen Morgenstunden nach monatelangen Ermittlungen und Observationen.

Der Mann, der sich in einem versteckten Haus am Stadtrand verborgen hielt, wurde von Spezialeinheiten im Schlaf überrascht. Laut Polizei leistete er keinen Widerstand, als die Beamten die Tür aufbrachen und das Gebäude stürmten. In seiner Unterkunft fanden die Ermittler eine Pistole mit entfernter Seriennummer sowie ein geladenes Magazin mit sechs Patronen – ein klares Zeichen, dass er trotz seiner Flucht auf Gewalt vorbereitet war.

Die „Società foggiana“ – die unterschätzte Mafia

Die „Società foggiana“ ist weniger bekannt als die sizilianische Cosa Nostra, die kalabrische ’Ndrangheta oder die neapolitanische Camorra, gilt jedoch als ebenso gefährlich. Entstanden in den 1980er-Jahren, hat sich die Organisation im Raum Foggia zu einer gewaltbereiten, hochvernetzten Mafia-Struktur entwickelt.

Ihr Einfluss reicht von Erpressung lokaler Unternehmen über Drogen- und Waffenhandel bis hin zu illegaler Müllentsorgung und Prostitution. Ermittler sprechen von einer Organisation, die sich durch besondere Brutalität und rücksichtslose Einschüchterungsmethoden auszeichnet. Zahlreiche Unternehmer und Ladenbesitzer in der Region werden regelmäßig Opfer von Schutzgelderpressungen – wer sich weigert, riskiert Brandanschläge oder tätliche Angriffe.

Der jetzt Festgenommene gilt als Schlüsselfigur in der Hierarchie der Gruppe. Laut Polizei soll er an der Organisation mehrerer Raubüberfälle und gewaltsamer Einschüchterungen beteiligt gewesen sein. Zudem habe er über Mittelsmänner versucht, neue Rekruten in die Strukturen der Mafia einzubinden.

Ermittlungen mit internationaler Unterstützung

Die Festnahme war das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen den italienischen Sicherheitsbehörden und Europol. Die Ermittler verfolgten über Monate hinweg verschlüsselte Kommunikation, Finanzflüsse und Bewegungsmuster im Umfeld des Verdächtigen. Nach und nach verdichteten sich die Hinweise auf seinen Aufenthaltsort in einem unscheinbaren Viertel von Foggia.

Ein Polizeisprecher sprach von einer „präzise geplanten Operation“, die in den frühen Morgenstunden erfolgte, um eine mögliche Flucht zu verhindern. „Der Zugriff verlief schnell und ohne Verletzte. Es war wichtig, den Mann lebend zu fassen, um weitere Erkenntnisse über die interne Struktur der Organisation zu gewinnen“, hieß es in einer Mitteilung der Carabinieri.

Symbolischer Erfolg im Kampf gegen die Mafia

Die italienische Regierung und die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft begrüßten den Einsatz als wichtigen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Justizminister Carlo Nordio sprach von einem „klaren Signal, dass sich niemand ewig verstecken kann“.

In den letzten Jahren hat die italienische Polizei immer wieder hochrangige Mafiosi festgenommen – zuletzt den legendären „Boss der Bosse“ Matteo Messina Denaro im Jahr 2023. Doch Experten warnen, dass der Kampf längst nicht vorbei ist: Die Strukturen der Mafia seien tief in lokale Wirtschaft und Politik eingebettet, besonders in Süditalien.

Der festgenommene 39-Jährige wurde inzwischen in ein Hochsicherheitsgefängnis überstellt. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung, illegalem Waffenbesitz, Erpressung und Gewaltverbrechen.

Ein Ermittler kommentierte die Festnahme knapp: „In Foggia haben wir es nicht mit alten Mafiosi in Maßanzügen zu tun, sondern mit einer neuen Generation – brutal, jung, skrupellos. Doch auch sie machen Fehler. Und diesen Fehler hat er heute Morgen bezahlt.“

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