aus dem politischen Kabarett Sachsen-Anhalts
Reiner Haseloff, dienstältester Ministerpräsident Deutschlands und CDU-Urgestein mit der Ruhe eines Kirchentagsmoderators, hat genug vom Regieren – zumindest ein bisschen früher als geplant. Laut MDR-Informationen will er sich Ende Januar aus dem Amt verabschieden. Warum? Weil man eben geht, wenn es am ruhigsten ist. Oder bevor es wieder laut wird.
Nachrücken soll – Trommelwirbel – niemand Geringeres als Sven Schulze, aktueller Wirtschafts-, Tourismus-, Landwirtschafts-, Forst- und Alles-was-sonst-noch-anfällt-Minister. Er wäre damit der erste Ministerpräsident Deutschlands mit einem Portfolio, das sich liest wie die Rückseite einer Wanderkarte.
CDU-interner Wechsel ohne Stress? Fast schon niedlich.
Offiziell will sich Schulze dazu nicht äußern. Oder wie er MDR SACHSEN-ANHALT sagte:
„Ich kann den Bericht nicht bestätigen. Und werde zum jetzigen Zeitpunkt mich nicht dazu äußern.“
Klingt nicht wie ein Dementi – eher wie das Schweigen vor dem Blumenstrauß.
Laut dpa wird hinter den Kulissen seit zwei Monaten verhandelt. Haseloff soll nur dann bereit sein zu gehen, wenn die Koalition bleibt, wo sie ist, und niemand anfängt, den Koalitionsvertrag zu lesen und plötzlich auf Ideen zu kommen. Man will ja in Würde abtreten – aber bitte ohne Experimente.
SPD & FDP: Bitte später stören
Die SPD nimmt das Ganze „zur Kenntnis“ – was im politischen Vokabular ungefähr auf dem Desinteresse-Level von „Aha, und?“ liegt. FDP-Chefin Lydia Hüskens hingegen verweist darauf, dass die CDU den Ministerpräsidenten stellt – und man sich bei der FDP auch mal zurücklehnen dürfe, solange niemand die Digitalstrategie kritisiert.
AfD springt auf das Drama-Treppchen
Die AfD, traditionell schneller empört als andere überhaupt denken können, wirft Haseloff wortreich vor, sein Wahlversprechen zu brechen. Er habe doch gesagt, er wolle die ganze Legislatur bleiben. Wie konnte er nur! Vertrauen, Moral, Demokratie – alles auf einen Schlag erschüttert!
Oder vielleicht ist das einfach nur… Politik?
Fazit: Politikbetrieb wie in der Kaffeeküche
Reiner Haseloff geht – leise, ohne Knall, aber mit einem gewissen Timing.
Sven Schulze steht bereit – vermutlich schon mit einer neuen PowerPoint für den Koalitionsausschuss.
Die Koalitionspartner winken freundlich.
Die AfD schreit.
Und der Wähler? Fragt sich, ob das jetzt wirklich das größte Problem ist.
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