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Plug-in-Hybride verbrauchen im Alltag bis zu dreimal mehr Sprit als angegeben

GoranH (CC0), Pixabay
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Plug-in-Hybridautos gelten als klimafreundliche Brückentechnologie: elektrisch im Stadtverkehr, mit Verbrennungsmotor für längere Strecken. Doch eine neue Großanalyse stellt die offiziellen Verbrauchsangaben vieler Hersteller massiv infrage.

Das renommierte Fraunhofer-Institut hat rund eine Million Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEVs) untersucht – und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Im realen Straßenbetrieb verbrauchen die Fahrzeuge im Schnitt etwa sechs Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Das sind rund 300 Prozent mehr als die offiziell angegebenen ein bis zwei Liter pro 100 Kilometer nach EU-Zertifizierung.

Realitätscheck statt Laborwerte

Für die Studie wurden drahtlos übermittelte Fahrzeugdaten aus den Baujahren 2021 bis 2023 ausgewertet. So konnten die Forscher den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch im Alltag messen – im Gegensatz zu den standardisierten Prüfstandswerten.

Ein zentrales Problem: Die Fahrzeuge wechseln häufiger als gedacht vom Elektromodus in den Verbrennungsmodus. Bislang gingen Hersteller davon aus, dass im elektrischen Betrieb kaum oder gar kein Kraftstoff verbraucht werde. Laut Studienleiter Patrick Plötz wird der Verbrennungsmotor jedoch deutlich öfter zugeschaltet als angenommen.

Große Unterschiede zwischen den Marken

Besonders hoch fiel der Verbrauch bei deutschen Premiumfahrzeugen aus. Ein Oberklasse-Modell von Porsche schnitt am schlechtesten ab – mit rund sieben Litern pro 100 Kilometer selbst dann, wenn der Elektromotor aktiv war.

Deutlich sparsamer zeigten sich günstigere Modelle etwa von Kia, Toyota, Ford und Renault, die teils unter einem Liter pro 100 Kilometer blieben.

Porsche erklärte gegenüber Medien, die offiziellen Verbrauchswerte entsprächen den gesetzlichen EU-Messverfahren. Abweichungen im Alltag seien auf unterschiedliche Fahrprofile und äußere Bedingungen zurückzuführen.

Forderung nach strengeren Regeln

Die Wissenschaftler fordern nun, dass Regulierungsbehörden stärker auf reale Emissionsdaten setzen. Hersteller, deren Fahrzeuge im Alltagsbetrieb die CO₂-Grenzwerte überschreiten, müssten gegebenenfalls sanktioniert werden.

Die Ergebnisse stellen auch die derzeitigen EU-Flottengrenzwerte infrage, die sich auf offizielle Testzyklen stützen. Während die EU-Kommission sich nicht äußern wollte, verteidigte der deutsche Verband der Automobilindustrie die bestehenden Messverfahren als zuverlässig.

Für Verbraucher bedeutet die Studie vor allem eines: Die versprochene Klimafreundlichkeit vieler Plug-in-Hybride könnte in der Praxis deutlich geringer ausfallen als gedacht.

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