Startseite Allgemeines Partisanen Politiker Lindner
Allgemeines

Partisanen Politiker Lindner

HOCKULUS (CC0), Pixabay
Teilen

Christian Lindner, der ehemalige Bundesfinanzminister und Chef der FDP, hat mal wieder einen seiner typischen verbalen Degenstöße ausgeführt – diesmal gegen die Grünen und deren Vorgehen beim Atomausstieg. Bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestags ließ er keinen Zweifel daran, dass die grüne Energiepolitik aus seiner Sicht weniger pragmatisch und mehr, sagen wir, ideologisch gefärbt war.

„Unlogische Dogmen statt Vernunft“

Lindner, bekannt dafür, dass er sich gern als „Stimme der Vernunft“ inszeniert, bemängelte die Bereitschaft der Grünen, Entscheidungen zu treffen, die seiner Meinung nach „an die Grenzen des Unlogischen“ stießen. Natürlich aus einer Position heraus, die er selbst als unverkennbar neutral und erhaben ansieht. Er deutete an, dass damals taktische und parteipolitische Überlegungen mehr Gewicht hatten als die angeblich dringend benötigte energiepolitische Rationalität. Wer hätte das gedacht? Politiker, die Politik machen!

„Hätte, hätte, Kernkraftwerke“

Lindner, ausgestattet mit der Weisheit des Rückspiegels, erklärte, dass eine pragmatischere Herangehensweise sicher besser gewesen wäre – schließlich sei die Kernenergie doch ein „unverzichtbares Standbein“ in der Energieversorgung. Klar, dass er das jetzt betont, wo die letzten Meiler längst abgeschaltet sind. Aber wie sagt man so schön? Nach der Party weiß jeder, welcher Song hätte laufen sollen.

Politik als Schachspiel?

Natürlich verpackte Lindner seine Kritik geschickt in den Mantel der Besonnenheit. „Aus heutiger Sicht“, betonte er, hätten taktische Erwägungen und parteipolitische Spielchen eine größere Rolle gespielt, als er es damals wahrgenommen habe. Eine subtile Art zu sagen: „Ich hab’s schon damals besser gewusst, aber niemand hat auf mich gehört.“

Fazit: Lindner bleibt Lindner

Lindners Auftritt war wie gewohnt ein rhetorischer Drahtseilakt zwischen Selbstlob und subtilem Seitenhieb. Ob seine Kritik bei den Grünen Wirkung zeigt, ist fraglich. Aber eines ist sicher: Wenn es um die Atomkraft geht, bleibt Lindner fest davon überzeugt, dass die Dogmatiker am Werk waren – und nicht die Pragmatiker. Wer hier am Ende die hellere Birne im energiepolitischen Kronleuchter ist, bleibt wie immer Ansichtssache.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Tödlicher ICE-Einsatz in Minneapolis: Nachbar:innen dokumentieren, organisieren – und stehen unter Druck

Der tödliche Schusswaffeneinsatz eines US-Einwanderungsbeamten (ICE) gegen die dreifache Mutter Renee Nicole...

Allgemeines

USA warnen vor erhöhter Kriminalität in Grenada – Reisewarnstufe auf „Level 2“ angehoben

Das US-Außenministerium hat die Reisewarnstufe für Grenada am 5. Januar auf „Level...

Allgemeines

Analyse des Jahresabschlusses 2023 der MAS Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH aus Anlegersicht

1. Unternehmensprofil und Geschäftsmodell Die MAS Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH ist eine kleine...

Allgemeines

US-Verteidigungsminister Hegseth: „KI ohne woke Beschränkungen“ für militärische Zwecke

Der US-Kriegsminister (Secretary of War) Pete Hegseth hat in einer Grundsatzrede in...