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Paris wählt links – und das Fahrrad gleich mit

mguzmas (CC0), Pixabay
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Paris hat gewählt – und sich gedacht: Warum etwas ändern, wenn man auch einfach weitermachen kann? Der Sozialist Emmanuel Grégoire setzte sich bei der Bürgermeisterwahl gegen seine konservative Rivalin Rachida Dati durch. Ergebnis: ungefähr 50 Prozent für Grégoire, 40 Prozent für Dati – der Rest vermutlich noch im Stau auf einer autofreien Fahrradstraße.

Grégoire, bislang treuer Schatten von Amtsinhaberin Anne Hidalgo, will deren Politik fortsetzen. Also: mehr Fahrräder, weniger Autos und Parkplätze künftig nur noch als historische Erinnerung. Paris bleibt damit offiziell die erste Metropole, in der man schneller mit dem Croissant als mit dem Auto vorankommt.

Dati hingegen wurde vom Präsidentenlager unterstützt – zumindest so halb. Präsident Emmanuel Macron betonte vorsorglich, er habe sich „nicht persönlich“ für sie eingesetzt. Eine Formulierung, die in der Politik ungefähr so viel bedeutet wie: „Ich war nicht da, ich kenne niemanden, und überhaupt war es dunkel.“

Während Paris also stabil links bleibt, zeigt sich auch in Marseille: Alles wie gehabt. Amtsinhaber Benoît Payan gewann gegen den rechtspopulistischen Herausforderer. Der Rassemblement National hatte sich dort bereits als künftiger Sieger gesehen – am Ende reichte es wieder nur für die Erkenntnis, dass Hoffnung keine Stimmen zählt.

Immerhin konnte der RN einige kleinere Städte für sich verbuchen. Orte, die man außerhalb Frankreichs meist nur kennt, wenn man sich verfährt oder Google Maps kurz aufgibt.

In Toulon dagegen passierte das, was dem RN derzeit öfter passiert: lange geführt, am Ende verloren. Politisch nennt man das wohl eine „stabile Enttäuschung“.

Anders in Le Havre: Ex-Premier Édouard Philippe wurde wiedergewählt – vermutlich auch, weil viele Wähler schon mal vorsorglich für die Präsidentschaft 2027 üben wollten.

Fazit dieser Kommunalwahlen: Frankreich bleibt lokal ein Flickenteppich, politisch ein Puzzle und strategisch ein Rätsel. Sicher ist nur: In Paris wird weiter links regiert, weiter geradelt – und wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht vor allem eines: sehr viel Zeit und noch mehr Humor.

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