Um endlich dem Autoverkehr in Paris den Garaus zu machen und den Menschen ihr altes Traumziel „freie Gehwege und endlose Radspuren“ zu ermöglichen, wird in der City eine verkehrsberuhigte Zone eingeführt. Das ist aber keine kleine Zone: Ganze 5,5 Quadratkilometer vom Place de la Concorde über die Seine bis zur Oper und zum Place de la Republique werden zur Autofreien-Festung, in die ab dem 4. November nur noch ganz Auserwählte dürfen – nämlich Menschen, die wirklich, ganz ehrlich, dorthin müssen. Wer das nicht belegen kann, kriegt prompt einen kleinen Denkzettel in Höhe von 135 Euro.
Paris erhofft sich durch die Maßnahme weniger Schadstoffe, weniger Lärm und ein bisschen mehr Ordnung im Chaos. Man darf also annehmen, dass nun Radfahrer und Fußgänger ganz stressfrei durchs Zentrum flanieren – na, zumindest bis zur nächsten Fahrradklingel oder einem schicken Roller, der quer auf dem Gehsteig parkt. Und für die Anwohner und Besucher mit echtem Ziel ist jetzt klar: Sie können sich auf bessere Autonavigation im Zentrum freuen. Man muss eben nur beweisen, dass man auch wirklich, wirklich dort hin will.
Da täglich zwischen 350.000 und 500.000 Autos durch Paris rauschen, versteht sich die Regelung fast von selbst. Denn viele davon halten nicht einmal an, sondern machen bloß einen Sprint durchs Stadtzentrum und befeuern damit das große Kräftemessen zwischen Blech, Pedale und Fußgänger.
Bürgermeisterin Anne Hidalgo fährt ihre Verkehrsrevolution nun konsequent weiter: Seit Jahren hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Paris in eine Ruheoase zu verwandeln – eine Stadt voller Radwege, Grünflächen und (fast) autofreier Flussufer. Dabei bleibt kaum ein Stein auf dem anderen: Tempolimits auf der Stadtautobahn, Radwegnetze, die sich wie Spinnweben über die Straßen legen, und saftige Parkgebühren für SUV, die mittlerweile so hoch sind, dass man fast ein neues Fahrrad dafür bekommt. Paris, die neue Fußgänger- und Fahrradhochburg Europas – Hidalgo sei Dank!
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