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Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery – Hollywood bekommt ein neues Familienunternehmen

tahoemike10 (CC0), Pixabay
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Hollywood hat wieder einmal bewiesen, dass selbst Superhelden irgendwann einen starken Daddy brauchen: Warner Bros. Discovery lässt sich für schlappe 111 Milliarden Dollar von Paramount Skydance übernehmen. Die Tinte ist trocken, die Milliarden fließen – und CNN darf sich womöglich schon mal auf neue Hausfarben einstellen.

Nachdem Netflix am Donnerstag aus dem Bieterwettstreit ausgestiegen war (offenbar war selbst dem Streaming-Giganten irgendwann die Portokasse leer), war der Weg frei für Paramount. David Ellison, Sohn von Tech-Milliardär Larry Ellison, versprach feierlich, „das Erbe zweier legendärer Unternehmen zu würdigen“. Übersetzung: Man wird sehr respektvoll umstrukturieren.

Warner-Chef David Zaslav zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“. Was Manager eben sagen, wenn sie ein Traditionshaus in den Armen eines neuen Eigentümers parken und dabei professionell lächeln.

111 Milliarden Dollar – Schnäppchenpreis für Batman, Hogwarts und CNN

Netflix hatte zuvor knapp 83 Milliarden Dollar geboten – allerdings nur für das Studio- und Streaminggeschäft. Die Fernsehsender hätten separat ausgelagert werden sollen. Paramount griff beherzt zum Komplettpaket – inklusive DC-Universum, „Harry Potter“, HBO und natürlich CNN.

Damit wandert nun auch der Nachrichtensender unter die Kontrolle der Ellison-Familie – jenes Clans, dessen Patriarch Larry Ellison als Unterstützer von Donald Trump gilt. Kritiker befürchten, dass CNN künftig etwas weniger „Breaking News“ und etwas mehr „Brav gemacht, Mr. President“ senden könnte. Ganz unbegründet ist die Sorge nicht: Beim Paramount-Sender CBS soll der Ton gegenüber der Trump-Regierung zuletzt auffallend harmonisch gewesen sein.

Trump selbst hatte im Dezember vorsorglich angemerkt, es müsse sichergestellt werden, dass CNN im Zuge eines Deals „auf jeden Fall den Besitzer wechsle“. Wunsch erfüllt.

Wettbewerbshüter schauen – vermutlich mit Popcorn

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte bereits eine Wettbewerbsprüfung an. Auch in Washington dürfte man sich die 111-Milliarden-Dollar-Transaktion genauer ansehen. Wobei die Ellisons angeblich optimistisch sind – Nähe zur Politik kann bekanntlich nicht schaden.

Larry Ellison, 81, dessen Vermögen laut Bloomberg bei über 200 Milliarden Dollar liegt, garantiert große Teile des Kaufpreises persönlich. Wenn der Deal doch scheitert, gibt es sieben Milliarden Dollar Entschädigung. Peanuts im Silicon Valley.

Angst vor dem großen Doppeln-und-Streichen

In Hollywood sorgt der Deal weniger für Glamour als für Nervosität. Während Netflix und Warner sich strukturell gut ergänzt hätten, dürfte es bei Paramount viele Überschneidungen geben. Und wo sich Strukturen doppeln, fallen traditionell Köpfe. Hinter den Kulissen dürfte man also weniger Champagner als Taschenrechner sehen.

Netflix hatte sich zwar bemüht zu versichern, Warner-Filme weiterhin ins Kino zu bringen – trotz bekannter Streaming-Leidenschaft. Doch das Misstrauen blieb. Nun bekommt Hollywood statt Streaming-Purismus eben Konzernkonsolidierung mit Familienanschluss.

TikTok, Oracle und ein Hauch Weltpolitik

Ganz nebenbei kontrolliert Ellison senior mit Oracle auch noch eine Schlüsselkomponente im US-Geschäft von TikTok – inklusive Datenspeicherung und Algorithmus. Es ist beruhigend zu wissen, dass Unterhaltung, Nachrichten und die Videos, die wir als Nächstes sehen, zumindest teilweise im selben erweiterten Einflussradius liegen.

Fazit: Superman gehört jetzt offiziell zur Familie. Hogwarts vermutlich auch. Und CNN könnte bald lernen, dass in Hollywood nicht nur Drehbücher, sondern auch Eigentumsverhältnisse regelmäßig neu geschrieben werden

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