Ein indischer Softwareentwickler hat über 8.000 Dollar für kurzfristig gebuchte Rückflüge ausgegeben, um rechtzeitig in die USA zurückzukehren – aus Angst vor neuen Hürden bei Arbeitsvisa unter Präsident Donald Trump.
Rohan Mehta (Name geändert) lebt seit elf Jahren mit seiner Familie in den Vereinigten Staaten. Für eine Gedenkfeier zum Todestag seines Vaters war er nach Nagpur gereist. Doch als Trump am Freitag per Erlass eine neue Gebühr von 100.000 Dollar für das H-1B-Programm für hochqualifizierte Fachkräfte ankündigte, brach er seinen Aufenthalt ab.
„Ich habe mehrere Tickets gebucht, weil es zeitlich extrem knapp wurde. Schon eine kleine Verspätung hätte gereicht, und ich hätte die Frist verpasst“, sagte Mehta der BBC kurz vor dem Abflug von Mumbai nach New York.
Das H-1B-Visum ist besonders für die Tech-Industrie von zentraler Bedeutung. Mehr als 70 Prozent der jährlich 85.000 Visa gehen an indische Antragsteller. Zu den größten Arbeitgebern zählen Amazon, Microsoft, Meta und Google.
Einen Tag nach der Ankündigung stellte das Weiße Haus klar, dass die Gebühr nur für neue Anträge gelten werde – nicht für bestehende Visa oder Verlängerungen. Doch für viele Betroffene kam diese Präzisierung zu spät. Anwälte und Unternehmen hatten ihren Beschäftigten zuvor geraten, schnell in die USA zurückzukehren.
Mehta beschreibt die vergangenen Tage als „traumatisch“. Er sei erleichtert, dass seine Frau und Tochter nicht mit nach Indien gereist seien. „Ich habe die besten Jahre meines Lebens diesem Land [den USA] gewidmet, und jetzt fühle ich mich nicht mehr willkommen.“
Auch andere Visa-Inhaber berichten von Verunsicherung. „Es gibt noch viele offene Fragen, die Anwälte sind sich uneins. Aber die Empfehlung war klar: Lieber zurückfliegen, bevor es zu spät ist“, sagte ein Betroffener, der seinen Urlaub in Europa abbrach.
Die indische Regierung hatte die USA bereits vor „humanitären Konsequenzen“ der drastischen Gebührenerhöhung gewarnt.
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