Der Gewerbeimmobilieninvestor Aroundtown gibt sich optimistisch – trotz sinkender Gewinne. Offenbar ist in der Branche der Blick aufs große Ganze wichtiger als die nackten Zahlen. Die entscheidende Ergebnisgröße FFO I (Funds from Operations) schmolz in den ersten neun Monaten um satte 8 Prozent auf nur noch 236 Millionen Euro dahin. Doch keine Sorge: Der Vorstand schielt weiterhin auf das obere Ende der Jahresprognose, die zwischen 290 und 320 Millionen Euro liegt. Immerhin träumen darf man ja.
Von Höhenflügen und Realitätsschocks
Im Vorjahr hatte Aroundtown noch 332 Millionen Euro eingefahren. Doch höhere Finanzierungskosten haben diesen Höhenflug ordentlich ausgebremst. Es scheint, als hätte das Unternehmen vergessen, dass steigende Zinsen tatsächlich einen Preis haben – und der ist in diesem Fall keine Immobilie in Top-Lage, sondern schlichter: ein kleinerer Gewinn.
Prognosen als Seelentröster
Trotz des Rückgangs klammert sich der Vorstand an die Hoffnung, zumindest am oberen Rand seiner eigenen Prognose zu landen. Zwischen den Zeilen klingt das etwa so: „Gut, wir sind nicht da, wo wir sein wollten, aber schaut mal, wir könnten schlimmer dastehen!“ Ein wahrer Motivationsschub für alle Investoren, die auf das Prinzip Hoffnung setzen.
Das Glas ist halb voll – oder halb leer?
Während die Gewinne schrumpfen, bleibt Aroundtown stolz: Schließlich ist es eine Kunst, fallende Zahlen so zu präsentieren, dass sie fast nach Erfolg klingen. Vielleicht sollte das Unternehmen einen Teil seiner Immobilien in Kommunikationsseminare investieren – dort scheint der wahre Wert zu liegen.
Fazit: Schlechte Zahlen mit einer Schleife
Aroundtown zeigt, wie man weniger Gewinn als Erfolg verkauft. Mit einer ordentlichen Portion Optimismus und einer Prognose, die nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig verspricht, bleibt man im Gespräch. Die Botschaft an die Investoren: „Wir haben zwar weniger, aber immerhin wissen wir das zu verkaufen.“ Ein echtes Lehrstück in Sachen Krisenmanagement.
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