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OpenAI stellt Video-App Sora ein und beendet Milliarden-Deal mit Disney

geralt (CC0), Pixabay
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OpenAI hat seine KI-gestützte Video-App Sora eingestellt – weniger als zwei Jahre nachdem das Tool mit realistisch wirkenden Videos aus einfachen Texteingaben weltweit für Aufsehen sorgte.

Nach Informationen der BBC beendet OpenAI außerdem seine rund eine Milliarde US-Dollar schwere Content-Partnerschaft mit Disney.

Das Unternehmen erklärte am Mittwoch gegenüber der BBC, dass Sora eingestellt werde, um sich stärker auf andere Bereiche zu konzentrieren – etwa auf Robotik, die Menschen bei realen, physischen Aufgaben unterstützen soll.

Ein Sprecher von Disney sagte dazu, man respektiere die Entscheidung von OpenAI, sich aus dem Bereich der Videogenerierung zurückzuziehen und andere Prioritäten zu setzen.

Disney wolle nun mit anderen KI-Plattformen zusammenarbeiten, um die Technologie verantwortungsvoll zu nutzen, ohne dabei gegen Urheberrechte zu verstoßen.

OpenAI setzt künftig auf andere KI-Schwerpunkte

Mit dem Aus von Sora beendet OpenAI sowohl die Verbraucher-App als auch die webbasierte Plattform für professionelle Nutzer zur KI-Videoerstellung.

Nach BBC-Informationen wird OpenAI damit die Weiterentwicklung von Video-Generatoren nicht weiter verfolgen.

Stattdessen will das Unternehmen künftig stärker auf andere fortschrittliche KI-Modelle setzen – darunter sogenannte „agentische“ Systeme, die Aufgaben weitgehend selbstständig und mit wenig menschlicher Aufsicht erledigen können.

Außerdem plant OpenAI, die Technologien, die bisher zur Erzeugung realistischer Videos genutzt wurden, künftig für das Training von Robotern einzusetzen.

Wichtig: Die Bildgeneratoren in ChatGPT sind von der Einstellung von Sora nicht betroffen.

Warum wurde Sora eingestellt?

Als Sora 2024 vorgestellt wurde, sorgte das Tool wegen seiner hochwertigen KI-Videos weltweit für großes Interesse.

Allerdings gab es früh Zweifel daran, ob sich das Produkt wirtschaftlich dauerhaft tragen würde.

Der Forrester-Analyst Thomas Husson sagte der BBC, Sora sei ein „Ressourcen-Schwarzes-Loch“ mit begrenzten Monetarisierungsmöglichkeiten gewesen.

Er verwies zudem auf erhebliche Probleme:

  • Schwierigkeiten bei der Verhinderung von nicht einvernehmlichen Darstellungen
  • Risiken durch täuschend echte Falschinformationen
  • erhebliche Urheberrechtsverletzungen

Husson vermutet, dass OpenAI den Schritt auch deshalb jetzt geht, um die Risiken vor einem möglichen Börsengang zu reduzieren.

Auch der KI- und Deepfake-Experte Henry Ajder sieht wirtschaftlichen Druck als wichtigen Grund:

OpenAI sei weiterhin nicht profitabel, während der Druck von Investoren und Konkurrenz wachse. Das Unternehmen habe offenbar entschieden, dass es sich diese hohen Kosten nicht länger leisten könne – zumal das anfängliche Interesse bereits nachgelassen habe.

Disney-Deal galt als Wendepunkt – und endet nun vorzeitig

Zusätzlich sorgte Sora wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen und der Gefahr für die Medien- und Unterhaltungsbranche für Kritik.

Im Dezember war Disney das erste große Hollywood-Studio geworden, das OpenAI offiziell Lizenzen für geistiges Eigentum (IP) zur Nutzung in KI-Videotools eingeräumt hatte.

Der auf drei Jahre angelegte Vertrag hätte es Sora-Nutzern ermöglicht, KI-Videos mit bekannten Disney-Figuren zu erstellen – darunter etwa:

  • Micky Maus
  • Yoda aus Star Wars

Der Deal galt als möglicher Wendepunkt zwischen Tech-Branche und Hollywood, nachdem große Studios zuvor juristisch gegen KI-Firmen wegen der Nutzung ihrer Inhalte vorgegangen waren.

In Teilen der Medienbranche wurde jedoch befürchtet, dass solche Vereinbarungen langfristig dazu beitragen könnten, menschliche Kreative in der Unterhaltungsindustrie zu ersetzen.

Laut Reuters war vor der Auflösung des Vertrags zwischen Disney und OpenAI allerdings noch kein Geld geflossen.

Wachsende Konkurrenz am Markt

Neben wirtschaftlichen und rechtlichen Problemen sah sich Sora zuletzt auch mit einer zunehmenden Zahl von Wettbewerbern im Markt für KI-Videoerstellung konfrontiert.

Mit der Einstellung von Sora zieht sich OpenAI nun offenbar vollständig aus diesem Bereich zurück – und verlagert seinen Fokus auf agentische KI, Robotik und andere Zukunftstechnologien.

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