Aktuell mehren sich Beiträge von Anlegeranwälten und Magazinen zur One Group. Die ProReal Deutschland 7 GmbH sol in Zahlungsschwierigkeiten stecken. Verbindlichkeiten rund 113,4 Mio. Euro stehen einem Umlaufvermögen von lediglich 36,7 Mio. Euro gegenüber; Rückzahlungen von Kapital und Zinsen seien aktuell nicht möglich. Anleger nachrangiger Namensschuldverschreibungen (4–6 % p.a., Laufzeit drei Jahre), emittiert über die One Group, sehen sich seit dem 1. Januar 2025 mit Zahlungsverzug konfrontiert.
Auch bei anderen Gesellschaften der Gruppe soll sich die Lage verschärfen: Die ProReal Europa 9 und 10 GmbH kündigten an, weniger als 5 % des Nominalbetrags zahlen zu können und Zinsen vollständig auszusetzen. Bei der ProReal Secur 1 GmbH wurde die Laufzeit der Inhaberschuldverschreibung zum zweiten Mal – nun bis 31.12.2026 – verlängert, obwohl ursprünglich eine Rückzahlung Ende 2024 vorgesehen war. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro bei 5,75 % p.a.; das Kapital bleibt damit weiter gebunden. Als Begründung wird die Immobilienmarktkrise genannt, konkrete Sanierungs- oder Risikominimierungsstrategien bleiben jedoch unklar.
Die wiederholten Verlängerungen und parallelen Schwierigkeiten anderer ProReal-Investments verstärken die Unsicherheit für Anleger. Das ruft Anlegeranwälte auf den Plan. Entstehen dort Mandate, so werden höchstwahrscheinlich Ansprüche gegen die Anlagegesellschaften und gegen die Vermittler oder Berater geltend gemacht.
Das dürfte eher im großen Stil zu erwarten sein. Es gibt zwar keine offizielle, vollständig verifizierte Gesamtzahl aller Anleger, die in Produkte der One Group investiert haben und dort aktuell noch gebunden sind. Aus verfügbaren Berichten und Marktinformationen lassen sich jedoch Schätzwerte ableiten: Für die ProReal Deutschland 7-Emission wurde in Medienberichten die Zahl von etwa 4.000 betroffenen Anlegern genannt, die insgesamt mehr als 105 Mio. € investiert haben sollen. Eine andere Quelle berichtet, dass mehrere ProReal-Emissionen (z. B. ProReal Deutschland 7, 8 und Europa 9 und 10) zusammen rund 11.000 Anleger betreffen sollen und insgesamt rund 400 Mio. € an Anlegerkapital involviert seien.
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