1. Positive Entwicklungen
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Eigenkapital gestärkt: Nach einem Verlust im Vorjahr (-92 Tsd. €) konnte 2024 ein Jahresüberschuss von 142 Tsd. € erzielt werden. Das Eigenkapital stieg auf rund 455 Tsd. €.
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Wachstum beim Anlagevermögen: Vor allem die immateriellen Vermögensgegenstände (z. B. Software, Plattformrechte, Lizenzen) legten kräftig zu – von ca. 80 Tsd. € auf 278 Tsd. €. Das deutet auf Investitionen in die Geschäftsbasis hin.
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Forderungsbestand erhöht: Forderungen stiegen deutlich (auf fast 3,8 Mio. €), was ein Hinweis auf starkes Geschäftswachstum oder konzerninterne Finanzierungen ist.
2. Kritische Punkte
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Sehr hohe Abhängigkeit von Forderungen: Fast das gesamte Umlaufvermögen (3,78 Mio. € von 3,78 Mio. €) besteht aus Forderungen – liquide Mittel am Jahresende 0 €. Das birgt ein massives Liquiditätsrisiko, wenn Zahlungen ausbleiben.
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Starke Konzentration auf verbundene Unternehmen: Forderungen ggü. verbundenen Unternehmen betragen 3,56 Mio. €, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2,09 Mio. €. Das Unternehmen hängt also stark am Konzernverbund. Externe Unabhängigkeit ist gering.
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Hohe Verschuldung: Verbindlichkeiten summieren sich auf 3,68 Mio. €, davon über 3,4 Mio. € langfristig. Das ist fast das 8-fache des Eigenkapitals. Die Bilanz ist damit stark fremdfinanziert.
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Verlustvortrag bleibt erheblich: Trotz des positiven Ergebnisses 2024 steht ein Verlustvortrag von 1,21 Mio. € in den Büchern. Das mindert die Eigenkapitalbasis erheblich.
3. Risikoeinschätzung
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Liquidität angespannt: Kein Kassen- oder Bankbestand mehr, Forderungen dominieren. Kurzfristige Verbindlichkeiten (254 Tsd. €) könnten kritisch werden, wenn Forderungen nicht rechtzeitig eintreffen.
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Finanzierungsrisiko: Das Unternehmen lebt klar von Konzernunterstützung. Ohne die Bereitschaft der verbundenen Unternehmen, Forderungen zu begleichen oder weitere Mittel bereitzustellen, wäre die Lage prekär.
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Strukturelles Risiko: Der enorme Forderungsbestand (v. a. langfristig) bedeutet: Geld ist gebunden, während Verbindlichkeiten weiterlaufen.
4. Fazit
Die OneCrowd GmbH hat sich 2024 zwar operativ verbessert (Gewinn statt Verlust, Ausbau von immateriellen Werten), bleibt aber finanziell fragil:
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keine liquiden Mittel,
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stark fremdfinanziert,
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abhängig von verbundenen Unternehmen.
Das Unternehmen wirkt wie ein „Konzern-Baustein“, der intern gesteuert wird. Für externe Gläubiger oder Investoren ergibt sich ein hohes Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen ohne konzerninterne Unterstützung schwer erfüllbar wären.
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