Von Champagnerträumen zur Kamillentee-Realität – RB Leipzig taumelt Richtung Bedeutungslosigkeit.
Es war einmal ein Fußballklub mit Champions-League-Ambitionen, Pressing-Power und Siegeswillen. Und dann kam Mainz. Und RB Leipzig. Und das 1:2. Schon wieder. Ein weiteres Kapitel aus dem großen Fußballmärchen: „Wie vergeige ich in 90 Minuten meinen Saisonplan.“
Ole Werner, der Mann mit dem stoischen Blick und dem zuletzt eher symbolischen Coaching-Einfluss, mutiert langsam aber sicher vom Hoffnungsträger zum „Hoffentlich-trägt-jemand-anderen-ins-Stadion“. Zwei Siege aus sieben Spielen? In Leipzig reicht das maximal für den Posten als Stadionwurstverkäufer, aber kaum für den Job an der Seitenlinie.
Erst Mainz, dann Schmerz
Mainz, seines Zeichens Tabellenkellerkind mit akuter Punkte-Aversion, spielte plötzlich Fußball wie RB früher™ – mit Leidenschaft, Struktur und dem unverschämten Drang, Tore zu schießen. Frechheit! Conrad Harder köpfte zwar zum 1:0 für Leipzig ein – offenbar verwirrt von der Flanke eines Mitspielers –, aber dann kam David Raum.
Raum ist übrigens nicht nur ein Verteidiger, sondern offenbar auch ein großzügiger Gastgeber: Zum zweiten Mal in Folge schenkte er dem Gegner einen Elfmeter, diesmal per „zartem“ Kontakt an Tietz. Nadiem Amiri sagte Danke und traf. Halbzeit? 1:1. Stimmung? Irgendwo zwischen Apfelschorle und Schleudersitz.
Zweite Halbzeit: Eisschrank-Fußball mit Gratis-Slalom
Silas, frisch eingewechselt und offensichtlich der einzige Spieler mit funktionierendem GPS, tanzt durch fünf (in Worten: fünf!) RB-Verteidiger wie beim Sonntagshallenfußball – 2:1 für Mainz. RB reagiert wie immer: spät, zögerlich und mit dem Enthusiasmus eines Zahnarztbesuchs.
Rômulo trifft den Pfosten, Orban köpft in die Arme von Mainz-Keeper Batz, Banzuzi versucht’s, aber niemand trifft. Nicht das Tor, nicht den Nerv, nicht mal die Eckfahne mit echter Wucht. Immerhin: Gulácsi verhindert das 1:3 – also eine Niederlage mit Stilbruch.
Taktik? Plan? Führung? Fragen über Fragen
Ole Werner wechselt munter durch, vermutlich in der Hoffnung, dass irgendjemand aus Versehen Leistung bringt. Leider bleibt’s bei der Hoffnung. Die Fans pfeifen, der Frust wächst, und ganz Fußball-Deutschland fragt sich: Ole Werner – wie lange noch?
Der Trainer scheint aktuell eher wie ein stiller Beobachter im falschen Stadion – und RB Leipzig wie ein Champions-League-Aspirant im Selbstfindungstrip. So schafft man’s nicht nach Europa, sondern höchstens in die Relegation der Herzen.
Fazit: Von Bullen zu Lämmern
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Mainz gewinnt verdient, RB verliert verdienter.
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Der Ballbesitz war da, die Idee nicht.
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Und während Mainz feiert, wird in Leipzig gerechnet: Wie viele Niederlagen braucht man noch, bis man sich offiziell „in der Krise“ nennen darf?
Nächste Woche dann vielleicht mit neuem Titel:
„Ole Werner? Oder schon Ole weg?“
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