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Offener Kommentar an Bürgermeister Tobias Meier Taucha/ Taucha sucht den langsamsten Retter der Welt

Aklife (CC0), Pixabay
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Ein Hoch auf Bürgermeister Tobias Meier!
Endlich kümmert sich mal jemand um die wirklich wichtigen Probleme in diesem Land.

Nicht Inflation.
Nicht kaputte Straßen.
Nicht Personalmangel.
Nicht die Frage, wie man Ehrenamt stärkt.

Nein.

Ein Feuerwehrmann war auf dem Weg zum Einsatz zu schnell.

Skandal!
Staatskrise!
Sondersitzung!
Vermutlich bald auch Untersuchungsausschuss!

Denn was fällt einem Feuerwehrmann eigentlich ein, bei einem Einsatz zügig fahren zu wollen?
Wo kommen wir denn da hin?

Stellen Sie sich das mal vor:
Da brennt irgendwo vielleicht ein Haus, Menschen könnten in Gefahr sein, vielleicht geht es sogar um Leben und Tod und dann hat dieser Feuerwehrmann tatsächlich die Dreistigkeit, nicht mit gemütlichen 30 km/h und Warnblinker im Sonntagsmodus anzureisen.

Unerhört.

Zum Glück gibt es in Taucha noch politische Führungspersönlichkeiten, die in solchen Momenten klare Prioritäten setzen.
Nicht etwa: „Danke für euren ehrenamtlichen Einsatz.“
Nicht etwa: „Wir stehen hinter unserer Feuerwehr.“
Nicht etwa: „Lasst uns mit Augenmaß entscheiden.“

Nein.

Erst mal maximal bürokratisch eskalieren.

So schafft man Vertrauen.
Vor allem bei Ehrenamtlichen.

Man stelle sich die neue Einsatzordnung vor:

  • Alarmierung: sofort

  • Ausrücken: gern

  • Helfen: natürlich

  • Aber bitte nur in Schrittgeschwindigkeit, damit das politische Ruhebedürfnis im Rathaus nicht gefährdet wird

Vielleicht sollte Taucha künftig neue Einsatzfahrzeuge anschaffen:

🚒 Feuerwehr-Dreiräder mit Tempolimit 25
Für maximale Verkehrssicherheit und minimale Löscherfolge.

Oder eine neue Dienstanweisung:

„Bei Brand bitte zunächst prüfen, ob das Feuer ordnungsgemäß angemeldet wurde.
Anschließend mit angemessener Langsamkeit anfahren.
Die Flammen werden gebeten, solange stillzuhalten.“

Und ganz ehrlich:
Wenn ich in meiner Wohnung stehe, die Küche brennt, der Rauchmelder kreischt und es wird eng dann hoffe ich natürlich nicht, dass die Feuerwehr schnell kommt.

Nein.

Ich wünsche mir dann, dass der Feuerwehrmann vorbildlich langsam fährt, an jeder Kreuzung noch einmal tief durchatmet, vielleicht kurz anhält, um den Reifendruck zu prüfen, und dann geschniegelt mit exakt StVO-konformer Gemächlichkeit eintrifft.

Schließlich ist ein pünktlich gelöschter Brand nichts gegen einen sauber eingehaltenen Tempowert.

Herr Bürgermeister, Sie haben mit dieser Geschichte wirklich etwas geschafft:
Aus einem einzelnen Vorfall wurde erst durch Ihr Verhalten ein handfester politischer Rohrkrepierer.

Jeder, der die Geschichte hört, schüttelt mit dem Kopf.
Und zwar nicht über den Feuerwehrmann.

Sondern über einen Bürgermeister, der offenbar vergessen hat, wem eine Stadt in Notlagen tatsächlich etwas verdankt.

Nicht dem warmen Bürostuhl im Rathaus.
Sondern den Leuten, die nachts aufstehen, wenn andere Hilfe brauchen.

Ehrenamtliche Feuerwehrleute verlassen Bett, Familie, Feierabend und Sicherheit, wenn der Melder geht.
Und statt Dankbarkeit gibt’s dann im Zweifel eine öffentliche Lehrstunde in Verwaltungskälte.

Respekt.

Das muss man auch erst mal hinbekommen.

Vielleicht erinnert man sich in Taucha bei der nächsten Bürgermeisterwahl daran, wer hier eigentlich geblitzt wurde:

  • der Feuerwehrmann auf dem Weg zum Einsatz

  • oder das politische Urteilsvermögen im Rathaus

Aber keine Sorge:
Bis zur nächsten Wahl bitte alles ganz langsam.

Nicht, dass noch jemand zu schnell auf die Idee kommt, einen Wechsel zu wollen.

1 Komment

  • Wahrlich eine Spitzenleistung, wobei man zugeben muss, dass das eigentliche Problem ist, dass es überhaupt unabhängig von der örtlichen Situation offenbar eine Bundesweite Prozentangabe gibt, wieviel man mit Blaulicht und Horn drauflegen darf. Einfach wieder stumpf von Juristen ausgedacht fernab jeder Praxis und vom Gesetzgeber für toll befunden!

    Man bilde die Fahrzeugführer entsprechend gut aus, lasse sie dann aber auch einfach mal ihre tolle Arbeit machen! Wenn in einer handelsüblichen Kleinstadt mit 15.000 Einwohner ein großes rotes Auto durch die Straßen ballern muss, haben sie alle anderen einfach mal darauf einzustellen!
    An sich ist es doch schon ein Unding, dass Radarfallen in Zeiten von KI ein legitimes Blaulicht nicht erkennen, sondern weiter dumm draufblitzen und unnötig Kosten erzeugen und Zeit verschwenden…

    Die Feuerwehrkameraden kann man nur bitten, wieder zurückzukehren in den Dienst- und sei es nur, um beim nächsten Alarm den Bürgermeister zu wecken, er möge doch bitte mal eben das rote Auto zum Einsatz fahren!

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