Ein Hoch auf Bürgermeister Tobias Meier!
Endlich kümmert sich mal jemand um die wirklich wichtigen Probleme in diesem Land.
Nicht Inflation.
Nicht kaputte Straßen.
Nicht Personalmangel.
Nicht die Frage, wie man Ehrenamt stärkt.
Nein.
Ein Feuerwehrmann war auf dem Weg zum Einsatz zu schnell.
Skandal!
Staatskrise!
Sondersitzung!
Vermutlich bald auch Untersuchungsausschuss!
Denn was fällt einem Feuerwehrmann eigentlich ein, bei einem Einsatz zügig fahren zu wollen?
Wo kommen wir denn da hin?
Stellen Sie sich das mal vor:
Da brennt irgendwo vielleicht ein Haus, Menschen könnten in Gefahr sein, vielleicht geht es sogar um Leben und Tod – und dann hat dieser Feuerwehrmann tatsächlich die Dreistigkeit, nicht mit gemütlichen 30 km/h und Warnblinker im Sonntagsmodus anzureisen.
Unerhört.
Zum Glück gibt es in Taucha noch politische Führungspersönlichkeiten, die in solchen Momenten klare Prioritäten setzen.
Nicht etwa: „Danke für euren ehrenamtlichen Einsatz.“
Nicht etwa: „Wir stehen hinter unserer Feuerwehr.“
Nicht etwa: „Lasst uns mit Augenmaß entscheiden.“
Nein.
Erst mal maximal bürokratisch eskalieren.
So schafft man Vertrauen.
Vor allem bei Ehrenamtlichen.
Man stelle sich die neue Einsatzordnung vor:
-
Alarmierung: sofort
-
Ausrücken: gern
-
Helfen: natürlich
-
Aber bitte nur in Schrittgeschwindigkeit, damit das politische Ruhebedürfnis im Rathaus nicht gefährdet wird
Vielleicht sollte Taucha künftig neue Einsatzfahrzeuge anschaffen:
🚒 Feuerwehr-Dreiräder mit Tempolimit 25
Für maximale Verkehrssicherheit und minimale Löscherfolge.
Oder eine neue Dienstanweisung:
„Bei Brand bitte zunächst prüfen, ob das Feuer ordnungsgemäß angemeldet wurde.
Anschließend mit angemessener Langsamkeit anfahren.
Die Flammen werden gebeten, solange stillzuhalten.“
Und ganz ehrlich:
Wenn ich in meiner Wohnung stehe, die Küche brennt, der Rauchmelder kreischt und es wird eng – dann hoffe ich natürlich nicht, dass die Feuerwehr schnell kommt.
Nein.
Ich wünsche mir dann, dass der Feuerwehrmann vorbildlich langsam fährt, an jeder Kreuzung noch einmal tief durchatmet, vielleicht kurz anhält, um den Reifendruck zu prüfen, und dann geschniegelt mit exakt StVO-konformer Gemächlichkeit eintrifft.
Schließlich ist ein pünktlich gelöschter Brand nichts gegen einen sauber eingehaltenen Tempowert.
Herr Bürgermeister, Sie haben mit dieser Geschichte wirklich etwas geschafft:
Aus einem einzelnen Vorfall wurde erst durch Ihr Verhalten ein handfester politischer Rohrkrepierer.
Jeder, der die Geschichte hört, schüttelt mit dem Kopf.
Und zwar nicht über den Feuerwehrmann.
Sondern über einen Bürgermeister, der offenbar vergessen hat, wem eine Stadt in Notlagen tatsächlich etwas verdankt.
Nicht dem warmen Bürostuhl im Rathaus.
Sondern den Leuten, die nachts aufstehen, wenn andere Hilfe brauchen.
Ehrenamtliche Feuerwehrleute verlassen Bett, Familie, Feierabend und Sicherheit, wenn der Melder geht.
Und statt Dankbarkeit gibt’s dann im Zweifel eine öffentliche Lehrstunde in Verwaltungskälte.
Respekt.
Das muss man auch erst mal hinbekommen.
Vielleicht erinnert man sich in Taucha bei der nächsten Bürgermeisterwahl daran, wer hier eigentlich geblitzt wurde:
-
der Feuerwehrmann auf dem Weg zum Einsatz
-
oder das politische Urteilsvermögen im Rathaus
Aber keine Sorge:
Bis zur nächsten Wahl bitte alles ganz langsam.
Nicht, dass noch jemand zu schnell auf die Idee kommt, einen Wechsel zu wollen.
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