Die für Ende Februar geplante Ausgabe des weltberühmten Festival del Habano in Havanna wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Veranstalter teilten mit, dass das Fest – das jährlich Zigarrenliebhaber aus rund 70 Ländern anzieht – „bis auf Weiteres“ verschoben wird. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.
Als Grund für die Entscheidung gaben die Organisatoren die angespannte wirtschaftliche Lage auf der Karibikinsel an, die stark unter einer schweren Energiekrise leidet. Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft, weil die kubanische Regierung nur noch eingeschränkt Zugang zu Treibstoff hat und internationale Fluggesellschaften den Flugbetrieb einstellen oder ändern mussten.
Der Kraftstoffmangel geht laut Berichten auf ein weitgehendes Ausbleiben von Ölimporten zurück und wird unter anderem mit Druck seitens der US-Regierung in Verbindung gebracht, der darauf abzielt, die Versorgung der Insel mit Energieressourcen zu behindern. Viele internationale Airlines, darunter kanadische Gesellschaften, haben ihre Flüge nach Kuba aufgrund fehlender Betankungsmöglichkeiten gestoppt oder umgeleitet.
Das Festival del Habano zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der kubanischen Tabakindustrie und generiert üblicherweise Einnahmen in Millionenhöhe, unter anderem durch Auktionen, die traditionell einen wichtigen Beitrag zu den Staatsfinanzen leisten.
Die Organisatoren betonten, dass sie die Veranstaltung erst dann wieder durchführen wollen, wenn sich die Lage auf der Insel stabilisiert hat und die Besucher wieder uneingeschränkt anreisen können.
Die Absage des Festivals unterstreicht die tiefgreifende Wirkung der Energiekrise auf Alltag und Wirtschaft in Kuba; neben Ausfällen bei kulturellen Großereignissen sind auch Versorgung, Transport und öffentlicher Dienst zunehmend betroffen.
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