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Öffentlich-rechtliche Medien in den USA vor dem Aus? PBS und NPR droht massiver Einschnitt bei der Finanzierung

tlford (CC0), Pixabay
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Nach einem historischen Beschluss von Senat und Repräsentantenhaus droht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den USA ein drastischer Einschnitt: Rund 1,1 Milliarden Dollar an bereits bewilligter Bundesfinanzierung sollen gestrichen werden. Präsident Donald Trump hatte das sogenannte „Rescission Package“ selbst vorgeschlagen – seine Unterzeichnung gilt als Formsache.

Was bedeutet das konkret für PBS und NPR?

Betroffen ist vor allem die Corporation for Public Broadcasting (CPB), eine 1967 gegründete unabhängige Einrichtung, die derzeit jährlich rund 535 Millionen US-Dollar an rund 1.500 lokale Radio- und Fernsehstationen weiterleitet – darunter auch die landesweit bekannten Netzwerke PBS (Public Broadcasting Service) und NPR (National Public Radio).

Besonders kleine Sender in ländlichen Regionen, die stark auf diese Bundesmittel angewiesen sind, könnten in den kommenden Monaten vom Netz gehen. Erste Sender planen bereits Entlassungen, Programmkürzungen und die Streichung von Lokaljournalismus.

Auswirkungen auf das Programm

Große Formate wie „Daniel Tiger’s Neighborhood“ oder Dokumentarproduktionen von Ken Burns bleiben zunächst bestehen – allerdings werden die Budgets knapper. Viele Inhalteanbieter, darunter auch Fred Rogers Productions, erhalten Zuschüsse von der CPB und Lizenzeinnahmen von PBS-Stationen. Wenn lokale Sender weniger zahlen können, geraten Produzenten unter Druck.

Die Finanzierungslücke soll zwar teilweise durch Spenden kompensiert werden („Made possible by viewers like you“), doch Experten warnen: Nur große Sender in Metropolregionen können auf reiche Spenderkreise setzen. In strukturschwachen Regionen dagegen ist die Bundesförderung oft überlebenswichtig – nicht nur für die Unterhaltung, sondern auch für wichtige Notfallinformationen.

Politischer Hintergrund: Kulturkampf und Medienkritik

Die Debatte um die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien ist nicht neu – libertäre Thinktanks wie das Cato Institute fordern seit Jahrzehnten die Abschaffung. Neu ist allerdings die politische Brisanz: Für Trump und Teile der Republikanischen Partei steht PBS und NPR für „linke Propaganda“ und „woke Medienaktivismus“. Die Trump-Regierung wirft den Sendern vor, einseitig zu berichten und konservative Positionen zu benachteiligen – was diese entschieden zurückweisen.

Kritik von Demokraten und gemäßigten Republikanern

Demokratische Politiker wie Senatorin Maria Cantwell sprechen von einem „gefährlichen Angriff auf eine kritische Infrastruktur“, die 13 Millionen Amerikaner mit Bildungs-, Kultur- und Notfallinformationen versorge. Auch Senatorin Susan Collins (Republikanerin, Maine) äußerte Bedenken – sie halte die Streichung der CPB-Mittel für überzogen, plädiere aber zugleich für ein Ende der Bundesmittel für das nationale NPR wegen „einseitiger Berichterstattung“.

FCC-Kommissarin Anna M. Gomez (Demokratin) sieht in der Mittelkürzung einen gezielten Angriff auf unabhängigen Journalismus: „Es geht nicht ums Sparen – es geht ums Schweigen.“


Fazit: Der Wegfall der Bundesmittel für öffentlich-rechtliche Sender in den USA könnte nicht nur Sender in ländlichen Gebieten in die Bedeutungslosigkeit drängen, sondern auch ein weiteres Kapitel in der politischen Polarisierung des amerikanischen Mediensystems einläuten. Der Kulturkampf um die Medienlandschaft ist in vollem Gange – mit offenem Ausgang für Journalismus, Bildung und demokratische Öffentlichkeit.

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