Seit Januar 2026 ist es für Millionen Amerikaner erheblich teurer geworden, sich über den Affordable Care Act (ACA, auch „Obamacare“ genannt) zu versichern. Grund: Die COVID-Subventionen, die während der Pandemie eingeführt wurden, sind ausgelaufen – der Kongress konnte sich bisher nicht auf eine Verlängerung einigen.
Kalte Realität: 3,8 Millionen Menschen verlieren Versicherung
Laut dem Congressional Budget Office (CBO) werden rund 3,8 Millionen Amerikaner bis 2035 ihre Krankenversicherung verlieren. Die durchschnittlichen Beiträge für subventionierte ACA-Pläne haben sich verdoppelt. Wer keine Arbeitgeberversicherung hat, muss oft über 2.000 Dollar monatlich zahlen – trotz hoher Selbstbeteiligung.
Die Betroffenen reagieren mit drastischen Maßnahmen:
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Mila Clarke aus Houston heiratete kurzfristig, um über ihren Partner versichert zu sein. Als Diabetikerin hätte sie sich die 1.000 Dollar monatlich für Medikamente und Versorgung sonst nicht mehr leisten können.
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Kelly Berry, Unternehmerin aus Wisconsin, muss nun 2.300 Dollar monatlich für Bronze-Tarife zahlen – früher waren sie komplett subventioniert.
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Farihah Khandaker, IT-Beraterin aus Chicago, findet keinen Plan, der ihre Bedürfnisse zu einem tragbaren Preis deckt. „Ich suche nach einem Einhorn“, sagt sie resigniert.
Kongress ringt um Lösung – Senat blockiert
Das Repräsentantenhaus stimmte am 8. Januar für eine Verlängerung der Subventionen um drei Jahre – allerdings lehnte der Senat dies bisher ab. Die Diskussion geht weiter, doch die Zeit läuft ab. Falls keine Lösung gefunden wird, könnte das Gesetz ein Loch von über 80 Milliarden Dollar in den Bundeshaushalt reißen.
Folgen: Weniger Gründungen, mehr Tote
Die steigenden Kosten wirken sich auch auf die Wirtschaft aus: Selbstständige denken zunehmend darüber nach, wieder in feste Anstellungen zurückzukehren, da dort eine Versicherung sicherer und bezahlbarer ist.
Besonders bitter: Laut der National Association of Community Health Centers werden durch den Verlust von ACA-Subventionen und gleichzeitige Kürzungen bei Medicaid (Teil der Trump’schen Steuer- und Spargesetze 2025) bis zu 6.000 Menschen sterben, da sie notwendige Behandlungen nicht mehr erhalten können.
Etwa 1.800 von landesweit 17.000 Community Health Centers könnten mangels Finanzierung schließen.
Aktivisten schlagen Alarm
Zivilgesellschaftliche Gruppen wie „Young Invincibles“ fordern den Senat zum Handeln auf: „Menschen stehen vor der unmöglichen Wahl zwischen medizinischer Versorgung und Grundbedürfnissen“, so Präsidentin Kristin McGuire.
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