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Ob das stimmt

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Trump behauptet, Vance und Rubio verhandeln mit Iran über ein Ende des Krieges – und natürlich ist ein Deal „ganz nah

US-Präsident Donald Trump verkündet mal wieder optimistisch, dass ein Abkommen mit dem Iran praktisch schon in trockenen Tüchern sei. Diesmal sollen ausgerechnet Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio die großen Friedensstifter spielen. Laut Trump ist ein Deal „in Sicht“ – was erfahrungsgemäß ungefähr alles bedeuten kann zwischen morgen unterschrieben und nie wieder erwähnt.

Ein iranischer Insider erklärte gegenüber CNN immerhin, Teheran sei bereit, sich „nachhaltige“ Vorschläge anzuhören. Also nicht einfach nur die üblichen PR-Sprüche mit Schleife drum.

Was sonst noch so „beruhigend“ läuft:

  • Die Philippinen rufen den nationalen Energie-Notstand aus, weil der Krieg im Nahen Osten und die Lage rund um die Straße von Hormus die Versorgung gefährden.
    Präsident Marcos Jr. warnt vor einer „unmittelbaren Gefahr“ für die Stabilität der Energieversorgung. Klingt nicht gerade nach globaler Entspannung.
  • Rund 1.000 US-Soldaten der 82. Luftlandedivision sollen in den kommenden Tagen in den Nahen Osten verlegt werden.
    Aber hey, wenn man Soldaten schickt, ist Frieden ja bestimmt nur noch Formsache.
  • Republikaner im Senat blockieren erneut eine Resolution, die Trump verpflichten würde, für künftige Militärschläge gegen Iran erst den Kongress zu fragen.
    Demokratische Kontrolle? Nett gedacht.

Verhandlungen mit Wunschbesetzung

Besonders pikant: Laut regionalen Quellen möchte der Iran nicht erneut mit Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff oder Schwiegersohn Jared Kushner verhandeln. Stattdessen wäre Teheran angeblich lieber mit JD Vance im Gespräch.

Begründung: Vance gelte als jemand, der den Krieg eher beenden wolle.
Eine erstaunlich niedrige Messlatte, aber gut.

Das Weiße Haus reagierte erwartungsgemäß beleidigt und sprach von einer „koordinierten ausländischen Propagandakampagne“. Denn wenn etwas unangenehm klingt, ist es selbstverständlich Propaganda.

Währenddessen eskaliert die Lage weiter

Falls jemand dachte, das mit dem „Deal in Sicht“ passe zur Realität:

  • Drohnenangriff auf einen Treibstofftank am Flughafen Kuwait, Feuer inklusive.
  • Drohnenangriffe in Irak, Rauch über Wohngebieten.
  • Iranische Raketenangriffe auf kurdische Kräfte im Nordirak.
  • Dörfer im Südlibanon werden geräumt, weil Zivilisten vor Angriffen fliehen.
  • Hunderte Kinder unter den Toten in der Region.

Aber klar: Ein Durchbruch scheint ganz nah.

Fazit

Trump verkauft die Lage wie gewohnt als kurz vor dem Happy End, während sich die Region weiter Richtung Flächenbrand bewegt, Länder den Notstand ausrufen, Ölpreise steigen und zusätzliche Truppen entsendet werden.

Ob das stimmt?
Nun ja: Wenn Trump sagt, ein Deal sei „in Sicht“, ist meistens vor allem eins in Sicht – die nächste Schlagzeile.


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