Die norwegische Nobelkommission hat klargestellt, dass die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ihren im Jahr 2025 verliehenen Preis nicht an US-Präsident Donald Trump übertragen kann. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Nobel-Institut: Ein Nobelpreis sei weder übertragbar, teilbar noch widerrufbar – einmal verliehen, bleibe die Entscheidung endgültig bestehen.
Hintergrund ist eine Aussage Trumps im Interview mit dem US-Sender Fox News (ausgestrahlt am 8. Januar), in dem er andeutete, Machado wolle ihm „nächste Woche“ persönlich ihren Preis überreichen – als Dank für die Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro am 3. Januar durch US-Truppen. „Das wäre eine große Ehre“, so Trump. Machado selbst äußerte sich Tage zuvor ebenfalls bei Fox News: „Es ist noch nicht passiert – aber es wäre ein Akt der Dankbarkeit des venezolanischen Volkes.“
Das Nobelkomitee lehnte eine Bewertung dieser Aussagen ab und erklärte, man kommentiere grundsätzlich nicht, wie sich Preisträger*innen nach der Verleihung äußern oder verhalten. Die Aufgabe des Komitees sei ausschließlich die Bewertung der bisherigen Leistungen einer Person bis zum Zeitpunkt der Preisvergabe.
Machado, 58, erhielt den Friedensnobelpreis im Oktober 2025 für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte in Venezuela. Sie war 2010 ins Parlament gewählt worden, wurde aber 2014 von der autoritären Regierung ausgeschlossen. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 sollte sie als Oppositionskandidatin antreten, wurde jedoch von der Regierung Maduro an der Kandidatur gehindert.
Zum Zeitpunkt der Preisvergabe befand sich Machado aus Sicherheitsgründen im Untergrund. Wo sie sich derzeit aufhält, ist unklar – Trump behauptete jedoch, sie werde bald in die USA reisen.
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