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Nvidia

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Der Tech-Gigant Nvidia hat im Oktober als erstes Unternehmen in der Geschichte kurzzeitig eine Bewertung von 5 Billionen US-Dollar erreicht – dank seiner zentralen Rolle im weltweiten KI-Boom.

Die ungebremste Nachfrage globaler Konzerne nach Nvidias KI-Chips hat dem Unternehmen eine dominierende Marktstellung verschafft: Laut der International Data Corporation hält Nvidia einen Marktanteil von 81 % am Umsatz mit Rechenzentrums-Chips. Diese Vormachtstellung trieb auch den Aktienkurs (NVDA) in die Höhe – seit der Veröffentlichung von OpenAI’s ChatGPT im November 2022 hat sich der Wert der Aktie mehr als verzwölffacht.

Im Oktoberquartal stiegen Umsatz und Gewinn von Nvidia im Vergleich zum Vorjahr um über 60 % und übertrafen die Erwartungen der Wall Street deutlich. Mit der Ankündigung des nächsten Chip-Generationssprungs – dem Vera Rubin – erwartet das Unternehmen, dass 2026 ein neuer Umsatzrekord von rund 500 Milliarden US-Dollar erreicht wird.

Dennoch steht Nvidia vor einer wachsenden Zahl von Herausforderungen: zunehmender Wettbewerb, Bedenken über eine mögliche KI-Blase und der enorme Druck, nach mehreren explosionsartigen Wachstumsquartalen weiterhin stark zu performen.

Nvidias Aufstieg

CEO Jensen Huang gründete Nvidia im Jahr 1993 mit dem Ziel, Grafikprozessoren (GPUs) für Videospiele zu entwickeln. Später stellte sich heraus, dass diese Chips auch ideal für das Training von Künstlicher Intelligenz geeignet sind.

Der Durchbruch kam allerdings erst Ende 2022 mit dem Siegeszug von ChatGPT – dem Auslöser des heutigen KI-Hypes.

Nvidias Aktienkurs stieg rasant, und 2023 wurde das Unternehmen als neuntes weltweit mit über einer Billion US-Dollar bewertet – drei Jahrzehnte nach seiner Gründung. Trotz leichter Kursverluste in den letzten Monaten bleibt Nvidia derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt.

Doch Nvidias Erfolgsrezept besteht aus mehr als nur leistungsfähigen GPUs: Das Unternehmen bietet komplette Serverlösungen mit spezialisierten Chips für KI-Anwendungen sowie Software, mit der Entwickler ihre Programme optimal auf die Hardware abstimmen können. Unter dem Begriff „KI-Fabriken“ treibt Nvidia den Aufbau der Rechenzentren der Zukunft voran. Gleichzeitig positioniert es sich in aufkommenden Technologien wie Robotik, Quantencomputing und autonomem Fahren. 2025 schloss Nvidia unter anderem Partnerschaften mit Uber zum Bau selbstfahrender Autos sowie mit dem US-Energieministerium zur Entwicklung von Quanten-Supercomputern.

Wie andere Tech-Giganten investierte Nvidia massiv: Im April kündigte das Unternehmen Pläne an, gemeinsam mit Partnern KI-Infrastruktur im Wert von 500 Milliarden US-Dollar in den USA zu errichten. Im September folgte eine 5-Milliarden-Dollar-Investition in Intel zur Entwicklung individueller Rechenzentren. Kurz darauf wurde eine strategische Partnerschaft mit OpenAI bekannt gegeben – Nvidia will bis zu 100 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentren investieren, die auf eigenen Chips basieren. Trotz Berichten über Spannungen betonten beide Unternehmen öffentlich ihr Engagement für die Zusammenarbeit.

Globale Ambitionen

Nvidias Chips bilden mittlerweile das Rückgrat der globalen KI-Industrie – und die internationalen Partnerschaften wachsen entsprechend. In Europa kooperiert Nvidia mit Telekommunikationsunternehmen und Regierungen in Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien, um souveräne KI-Infrastruktur und Forschungszentren aufzubauen. In Südkorea sollen gemeinsam mit Regierung und Industrie über 26.000 Chips implementiert werden.

Trotzdem werfen Ängste vor einer möglichen KI-Blase einen Schatten auf den weiteren Ausblick – Sorgen, die CEO Huang regelmäßig zurückweist. Zudem steigt der Druck durch Wettbewerber wie AMD und durch Kunden, die eigene Chips entwickeln, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern.

In China, einst ein Schlüsselmarkt, behindern US-Technologiebeschränkungen die Ausfuhr modernster Nvidia-Chips und belasten den Umsatz im weltweit zweitgrößten Markt. Zwar gelang es Huang, unter Präsident Donald Trump gewisse Exportbeschränkungen für leistungsstarke Chips zu lockern, doch aus Peking gibt es bislang keine Bestätigung, ob der Erwerb dieser Chips durch chinesische Unternehmen erlaubt wird.

Diese Hürden halten Nvidia nicht auf. Die neue Rubin-Generation wird derzeit produziert und soll in der zweiten Hälfte 2026 auf den Markt kommen. Große Cloud-Anbieter wie Microsoft, Amazon Web Services, Google Cloud und CoreWeave gehören zu den ersten Kunden.

Zur Diversifizierung des Geschäfts bringt Huang zudem neue KI-Modelle für autonomes Fahren und Robotik auf den Weg – und treibt die Entwicklung des Unternehmens in neue Zukunftsbereiche voran.

„Unsere Vision ist, dass eines Tages jedes Auto und jeder Lkw autonom fährt“, sagte Huang.

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