Nach einer Lawine im Gebiet rund um den Lake Tahoe im US-Bundesstaat Kalifornien werden weiterhin neun Skitourengeher vermisst. Sechs weitere Personen konnten bereits in Sicherheit gebracht werden, teilte das Büro des Sheriffs von Nevada County mit.
Die Lawine ereignete sich am Dienstag gegen 11:30 Uhr Ortszeit im Bereich Castle Peak nahe der Stadt Truckee. Die Wetterlage bleibt kritisch: Experten warnen vor einer hohen Wahrscheinlichkeit weiterer Lawinenabgänge.
Großeinsatz unter schwierigen Bedingungen
Anfangs war von insgesamt 16 Betroffenen – vier Bergführern und zwölf Kunden – die Rede. Später korrigierten die Behörden die Zahl auf 15 Personen. Die sechs zunächst als vermisst gemeldeten Überlebenden konnten am späten Dienstagabend gerettet werden, zwei von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht.
Rund 46 Einsatzkräfte beteiligen sich an der Suche, darunter spezialisierte Rettungsteams auf Skiern aus zwei nahegelegenen Skigebieten. Auch Experten des Boreal Mountain Ski Resort und des Alder Creek Adventure Center sind im Einsatz. Die Geretteten waren zwischenzeitlich angewiesen worden, sich so gut wie möglich vor Ort in Sicherheit zu bringen und Schutz zu suchen.
Ein spezielles Kettenfahrzeug, das normalerweise zur Pistenpräparierung eingesetzt wird, versucht ebenfalls, das schwer zugängliche Gebiet zu erreichen.
Hohe Lawinengefahr
Das Sierra Avalanche Center stufte die Lawinengefahr mit „hoch“ ein – Stufe vier von fünf. In einer Prognose hieß es, größere Lawinen seien am Dienstag, in der Nacht sowie bis mindestens Mittwochmorgen zu erwarten. Von Aufenthalten im oder unterhalb von Lawinenhängen werde dringend abgeraten.
Die konkrete Lawine wurde als Stärke D2.5 auf einer Skala von D1 bis D5 eingestuft. Lawinen dieser Kategorie können Menschen verschütten, verletzen oder töten.
Nach Angaben eines Lawinenexperten befand sich die Gruppe am letzten Tag einer dreitägigen Skitour im ungesicherten Gelände. Die Route führte über rund 6,4 Kilometer durch anspruchsvolles, bergiges Terrain. Die Teilnehmer hatten zwei Nächte in Berghütten verbracht und Proviant sowie Ausrüstung selbst transportiert.
„Langwieriger und gefährlicher Einsatz“
Ein Sprecher des Sheriffs bezeichnete die Suche als „langwierig und mühsam“, da die anhaltende Lawinengefahr auch für die Rettungskräfte ein erhebliches Risiko darstelle. Teilweise seien Einsatzkräfte noch auf Skiern unterwegs, um die Unglücksstelle überhaupt zu erreichen. Überlebende würden unter Planen Schutz suchen und „ihr Bestes tun, um zu überleben“.
Er fügte hinzu, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass kommerzielle Anbieter auch bei solchen Bedingungen Touren durchführen – bezeichnete dies jedoch als „möglicherweise keine kluge Entscheidung“, ohne alle Hintergründe zu kennen.
Heftiger Wintersturm legt Region lahm
Der Sturm brachte innerhalb von 24 Stunden rund 76 Zentimeter Neuschnee in das Gebiet. Das nahegelegene Skigebiet Boreal Mountain blieb wegen starker Winde und schlechter Sicht geschlossen. Mehrere wichtige Verkehrsverbindungen, darunter die Interstate 80 und die Highway 50, wurden ebenfalls gesperrt.
Auch das Büro des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom teilte mit, staatliche Stellen koordinierten gemeinsam mit lokalen Einsatzkräften eine umfassende Such- und Rettungsaktion.
Die Suche nach den neun Vermissten dauert an.
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