Wenn Darth Vader plötzlich ohne Drehgenehmigung auf TikTok tanzt
Hollywood hat schon vieles überlebt: Tonfilm, Farbfilm, Streaming, Superhelden mit 17 Fortsetzungen.
Doch jetzt steht der nächste Endgegner vor der Studiotür – und er heißt Seedance 2.0.
Die neue KI-Software des TikTok-Mutterkonzerns ByteDance kann aus ein paar Textzeilen realistische Videoclips zaubern. Und offenbar kennt sie keine Berührungsängste: In ersten KI-Clips tauchten Figuren aus „Star Wars“ und dem Marvel-Universum auf – ohne Einladung, ohne Vertrag, ohne Catering.
Disney reagierte prompt mit einem Unterlassungsschreiben. In Hollywood bedeutet das ungefähr: „Möge die Macht mit dir sein – aber nicht mit unseren Markenrechten.“
Tom Cruise vom Algorithmus erzeugt
Für besondere Schnappatmung sorgte ein KI-Video, das Tom Cruise und Brad Pitt beim Kampf auf einem Hausdach zeigte. Beide vermutlich ohne es zu wissen.
Die Szene wirkte so echt, dass man sich nur fragte: Wer bekommt jetzt die Gage? Der Server?
Der Chef des Branchenverbands Motion Picture Association mahnte, ByteDance möge doch bitte das Urheberrecht respektieren. Schließlich hängen Millionen Jobs daran – und einige Villen in Beverly Hills.
Lizenz für die Guten, Klage für die anderen
Interessant: Während Disney bei ByteDance juristisch auf die Bremse tritt, hat man OpenAI zuvor großzügig eine Lizenz erteilt, um Konzernfiguren in KI-Videos zu verwenden – inklusive Milliardeninvestition.
Moral der Geschichte: KI ist wunderbar – solange sie eine Lizenzgebühr überweist.
„Es ist vorbei mit uns“
Manche Drehbuchautoren fürchten bereits das Ende der Menschheit, zumindest ihrer Berufsgruppe. Wenn die KI Actionszenen billiger generiert als ein echter Stunt, wird der Greenscreen zum Hauptdarsteller.
Netflix bleibt demonstrativ gelassen. Eine KI könne vielleicht Explosionen erzeugen, aber keine Gefühle.
Das Publikum wolle Geschichten, nicht nur Pixel mit Sixpack.
Bis dahin gilt:
Hollywood kämpft nicht gegen Roboter.
Hollywood kämpft gegen Roboter ohne Vertragsabteilung.
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