OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
Teilen

Ab dem 8. Dezember 2023 müssen Wein- und Sektflaschen laut einer EU-Regelung Angaben zu Kalorien, Nährwerten und Inhaltsstoffen enthalten. Obwohl Weinverbände und Weingüter grundsätzlich die Notwendigkeit dieser Informationen anerkennen, sind sie besorgt über die zunehmende Bürokratie und unklare Detailfragen.Eine der offenen Fragen ist der Zeitpunkt, ab dem Produkte mit den neuen Etiketten versehen werden müssen, wobei aktuell unklar ist, ob dies bereits Produkte des Jahrgangs 2023 betrifft. Europäische Verbände sind noch in Verhandlungen mit den zuständigen EU-Stellen, um eine einheitliche Regelung zu finden.

Theresa Olkus, Geschäftsführerin vom Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), äußert Verständnis für die Etikettenverordnung, da Nährwert- und Inhaltsstoffangaben auch bei anderen Lebensmitteln üblich sind. Jedoch gibt es bei Winzern Unmut über den zusätzlichen administrativen Aufwand, insbesondere angesichts aktueller Herausforderungen wie steigenden Kosten und extremen Wetterbedingungen.

Christine Schneider, Europaabgeordnete für Rheinland-Pfalz und zuständig für Weinfragen, schlägt vor, dass ein Wein als hergestellt gilt, sobald die alkoholische Gärung abgeschlossen ist. Dies würde bedeuten, dass der Jahrgang 2023 nicht von der neuen Verordnung betroffen wäre. Winzer sind besonders frustriert über die langsame Kommunikation bezüglich der Umsetzungsanforderungen.

Die genauen Anforderungen an die Etiketten sind entscheidend, da der Platz auf den Flaschen begrenzt ist. Petra Escher vom Weingut Escher kritisiert die Unsicherheit und daraus resultierende Verzögerungen bei der Erstellung neuer Etiketten. Da nicht klar war, ob QR-Codes erlaubt sind, mussten einige Weingüter bereits Entscheidungen treffen und Änderungen vornehmen, die mit zusätzlichen Kosten und Umweltauswirkungen verbunden sind.Escher betont, dass die Nährwertkennzeichnung für Weingüter primär mehr Aufwand und höhere Kosten bedeutet, darunter zusätzliche Analysen, größere Etiketten, der Einsatz von Selbstklebeetiketten und QR-Codes sowie die Entsorgung alter, nun unbrauchbarer Etiketten.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Verbraucherschutzinformationen

Konkurrenz zu PayPal: Europäisches Bezahlsystem Wero im Test

Das digitale Bezahlsystem Wero will in Europa eine ernsthafte Alternative zu US-Anbietern wie...

Verbraucherschutzinformationen

Preisturbulenzen bei Gold und Silber: Wackelt der „sichere Hafen“?

Gold und Silber galten über Jahrzehnte als verlässliche Rückzugsorte in Krisenzeiten. Doch...

Verbraucherschutzinformationen

Elektronische Patientenakte bleibt Ladenhüter: Verbraucherschützer sehen mehrere Gründe

Ein Jahr nach breiter Einführung wird die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland...

Verbraucherschutzinformationen

Energieausweis richtig lesen – Was er über Heizkosten verrät

Wenn Sie gerade eine Wohnung oder ein Haus kaufen oder mieten wollen,...