An der Grenze zwischen den USA und Mexiko entsteht derzeit eine neue Form der Grenzbefestigung: eine kilometerlange Kette aus orangefarbenen Bojen auf dem Rio Grande. Dieses sogenannte „Fluss-Mauersystem“ ist Teil der von der Trump-Regierung gestarteten „Operation River Wall“, die darauf abzielt, illegale Migration sowie Drogen- und Menschenschmuggel zu unterbinden.
Die Maßnahme erinnert stark an ein früheres Projekt des texanischen Gouverneurs Greg Abbott, der bereits 2023 ähnliche Bojen zur Abschottung eines Flussabschnitts bei Eagle Pass installieren ließ.
Massiver Rückgang bei illegalen Grenzübertritten
Laut aktuellen Zahlen sind die illegalen Grenzübertritte im Bereich des Rio Grande Valley in den letzten zwei Jahren drastisch gesunken:
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Dezember 2023: ca. 30.000 Begegnungen mit Migranten
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Dezember 2024: ca. 10.000
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Dezember 2025: nur noch 1.371
Dieser Rückgang wird auf eine Kombination harter Maßnahmen zurückgeführt, darunter:
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verstärkte Abschiebungen
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Einsatz von Militär und Panzern
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Einschränkungen beim Asylrecht an der Grenze
17 Meilen Bojen – 96 Millionen Dollar
Der Auftrag für den Bau des schwimmenden Grenzwalls wurde vom US-Heimatschutzministerium (DHS) an die Firma BCCG Joint Venture aus Montgomery, Alabama vergeben. Das Projekt umfasst 17 Meilen (ca. 27 km) Bojenbarriere und ist Teil eines größeren Programms: Insgesamt wurden 10 Verträge über 230 Meilen sogenannter „Smart Wall“-Technologie vergeben – inklusive moderner Zäune, Kameras und Sensorik. Der Auftrag an BCCG allein hat einen Wert von 3,1 Milliarden Dollar.
Die aktuelle Installation erfolgt flussaufwärts der Veterans International Bridge nahe Brownsville – in einer ländlich geprägten Region mit Farmen und Ranches.
Juristische Auseinandersetzungen um Grenzbarrieren
Bereits unter der vorherigen Regierung hatte die Biden-Administration gegen Texas geklagt, nachdem Gouverneur Abbott ohne Bundesgenehmigung eine eigene Bojenbarriere errichten ließ. Ein US-Berufungsgericht entschied jedoch zugunsten von Texas – die Barriere blieb.
Besonders umstritten war die texanische Barriere, weil sie in einem Abschnitt des Flusses lag, in dem es zuvor viele tödliche Unfälle und Ertrinkungsfälle unter Migranten gegeben hatte.
Ein neuer Ansatz – aber auch neue Fragen
Mit dem Ausbau der „River Wall“ verfolgt die Trump-Administration nun eine neue, symbolträchtige Linie in der Migrationspolitik: weniger Zäune auf Land, mehr Barrieren im Wasser. Kritiker sehen darin eine fragwürdige Abschreckungstaktik, Befürworter hingegen einen notwendigen Schutz vor illegaler Einwanderung und grenzüberschreitender Kriminalität.
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