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Neue kritische Doku zu „Inside ‚America’s Next Top Model'“

DekoArt-Gallery (CC0), Pixabay
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In einer neuen, dreiteiligen Netflix-Dokumentation „Reality Check: Inside ‚America’s Next Top Model'“ setzt sich das Kult-Format „America’s Next Top Model“ kritisch mit seiner eigenen Geschichte auseinander und zeigt, wie aus einer einst gefeierten Castingshow im Laufe der Jahre ein von vielen als problematisch betrachtetes TV-Phänomen wurde. Die Serie beleuchtet sowohl die Erfolge und Pionierleistungen – etwa die Sichtbarkeit diverser Models – als auch die Schattenseiten des Formats, das zwischen 2003 und 2018 mehr als zwei Jahrzehnte lang ausgestrahlt wurde. Kernpunkte der Kritik sind unter anderem „körperliche und psychische Belastungen“, „körperbezogene Herabwürdigung“, kontroverse Foto-Challenges und Entscheidungen der Produktion, die heute als unangemessen oder ausbeuterisch gelten.

Ehemalige Teilnehmerinnen berichten von „emotionalem Stress, Body Shaming und manipulativem Umgang hinter den Kulissen“, etwa in Form von schlecht sitzender Kleidung, konstantem Druck oder problematischen Filmszenen, die später viral gingen. In Interviews reflektieren auch Juroren wie „Tyra Banks“ über ihre Rolle und gestehen ein, dass die Produktion teils „zu weit gegangen“ sei.

Das US-Original gilt als Vorlage für zahlreiche internationale Versionen, darunter auch „Germany’s Next Topmodel“, die seit 2006 auf ProSieben läuft. Auch der deutsche Ableger steht seit Jahren in der öffentlichen Debatte – hier werden seit Langem ähnliche Kritikpunkte wie Manipulation, Body Shaming und psychische Belastung der Kandidatinnen genannt. Kritiker werfen GNTM vor, Konflikte zwischen Teilnehmerinnen zu inszenieren, eine anspruchslose Sicht auf die Modewelt zu vermitteln und junge Frauen einem hohen gesellschaftlichen Druck auszusetzen, was zeitweise sogar zu Cybermobbing und gesundheitlichen Problemen bei Fans und Contestants geführt haben soll.

Insofern spiegelt die Netflix-Aufarbeitung von „ANTM“ eine größere, globale Auseinandersetzung mit Castingshows wider, in deren Mittelpunkt nicht nur Glamour und Wettbewerb stehen, sondern auch die Verantwortung von Medien gegenüber ihren Protagonistinnen und Zuschauerinnen. Die Debatte in den USA könnte damit Impulse für eine kritische Neubewertung ähnlicher Formate wie „Germany’s Next Topmodel“ geben – sowohl hinsichtlich der Produktion als auch des Umgangs mit Teilnehmerinnen und den Botschaften, die solche Sendungen vermitteln.

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