Neue Fotos aus Ermittlungsakten des US-Justizministeriums zeigen den ehemaligen britischen Royal Andrew Mountbatten-Windsor in einer kompromittierenden Position mit einer unbekannten Frau – ein weiterer Rückschlag für den Bruder von König Charles III. im Zusammenhang mit dem Skandal rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Die am 30. Januar veröffentlichten Bilder zeigen den früheren Prinzen Andrew kniend über einer vollständig bekleideten Frau auf dem Boden. In einem der Fotos berührt er ihren Bauch, in einem anderen befindet er sich mit Händen und Knien über ihr – das Gesicht der Frau wurde unkenntlich gemacht. Wann und wo die Aufnahmen entstanden, wurde vom Justizministerium nicht angegeben.
Die Bilder sind Teil einer umfangreichen Aktenfreigabe im Epstein-Fall – insgesamt drei Millionen Seiten Dokumente wurden offengelegt. E-Mails belegen, dass Andrew auch nach Epsteins Verurteilung wegen Sexualdelikten über zwei Jahre hinweg regelmäßigen Kontakt zu ihm gehalten haben soll.
Epstein, der 2019 in einem New Yorker Gefängnis starb, war eine zentrale Figur in einem internationalen Missbrauchsskandal, in dem zahlreiche einflussreiche Männer – darunter Bill Clinton und Donald Trump – genannt wurden. Beide bestreiten jegliches Fehlverhalten und wurden bislang nicht angeklagt.
Premierminister Starmer fordert Kooperationsbereitschaft
Nach der Veröffentlichung der Fotos äußerte sich der britische Premierminister Keir Starmer und forderte Andrew auf, mit US-Ermittlern zusammenzuarbeiten, sollte er zu einer Aussage aufgefordert werden.
„Jeder, der Informationen hat, sollte bereit sein, diese zu teilen – in welcher Form auch immer“, sagte Starmer am 31. Januar gegenüber der Presse. „Man kann nicht behaupten, opferzentriert zu handeln, wenn man das nicht tut.“
Ob sich Andrew öffentlich entschuldigen solle, ließ Starmer offen – das sei „eine Entscheidung, die er selbst treffen muss“.
Verlust königlicher Titel und Klage durch Giuffre
Andrew wurde bereits im Oktober 2025 seiner königlichen Titel endgültig enthoben und musste seine Residenz, die Royal Lodge, verlassen. Seine Verwicklung in den Epstein-Skandal hatte ihn bereits 2019 zum Rückzug aus dem öffentlichen Leben gezwungen.
Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre, eine der bekanntesten Epstein-Anklägerinnen, beschuldigte Andrew, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, als sie 17 Jahre alt war. Im Jahr 2022 einigte sich Andrew außergerichtlich mit ihr auf eine nicht veröffentlichte Geldzahlung. Giuffre starb im April 2025 durch Suizid – nur wenige Monate vor der Veröffentlichung ihrer Memoiren.
Im November 2025 forderten mehrere US-Kongressmitglieder erneut, dass Andrew im Rahmen einer Untersuchung zu Epstein vor einem Ausschuss aussagen solle.
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