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Neue Epstein-Dokumente offenbaren wenig – und enttäuschen erneut die Überlebenden

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Die Veröffentlichung von über drei Millionen Seiten aus den Ermittlungen gegen den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium sorgt für neue mediale Wellen – aber kaum für juristische Klarheit oder Genugtuung für die Betroffenen. Statt Antworten oder Gerechtigkeit zu liefern, vertieft die Aktenflut laut Kritiker:innen vor allem das Gefühl der Vernachlässigung und Vertrauenskrise unter den Überlebenden sexueller Gewalt durch Epstein.

Keine neuen Anklagen geplant

Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche stellte am Sonntag klar, dass keine weiteren Strafverfolgungen geplant seien. In einem Interview mit CNN sagte Blanche, es gäbe zwar viele „entsetzliche Fotos, E-Mails und Briefe“, doch reiche das allein nicht für Strafverfolgung:

„Es gibt eine Menge schockierendes Material, aber das bedeutet nicht automatisch, dass wir jemanden anklagen können.“

Opfer fühlen sich erneut verraten

Viele Epstein-Überlebende, darunter Danielle Bensky, zeigten sich enttäuscht. Bensky kritisierte, dass trotz gegenteiliger Versprechen des Justizministeriums teils persönliche Daten von Opfern veröffentlicht worden seien.

„Wenn ihr die Überlebenden nicht schützt – wen schützt ihr dann?“ fragte sie öffentlich.

Auch fehle weiterhin die Transparenz: Man wisse nicht, welche Informationen absichtlich zurückgehalten wurden. Zudem befürchten viele Opfer, dass Reiche und Mächtige geschützt würden, während sie selbst öffentlich exponiert werden.

Neue Enthüllungen zu Prominenten – aber keine Anklagen

Die neuen Akten enthalten zahlreiche Fotos und E-Mails, die enge Kontakte Epsteins zu bekannten Persönlichkeiten zeigen, darunter:

  • Donald Trump (über 1.000 Nennungen in den neuen Dokumenten)

  • Bill Clinton, der laut CNN-Analyse mindestens 16 Mal mit Epsteins Privatjet flog

  • Elon Musk, dem E-Mail-Korrespondenzen über eine angeblich geplante Inselreise nachgewiesen wurden

  • Howard Lutnick, ehemaliger Handelsminister, der offenbar 2012 eine Reise zu Epsteins Insel koordinierte – Jahre nach eigener Aussage des Kontaktabbruchs

Zwar wurden viele dieser Personen nie angeklagt, doch werfen die Akten neue moralische Fragen über das Verhalten einflussreicher Persönlichkeiten auf, die nach Epsteins Verurteilung weiterhin mit ihm verkehrten.

Politischer Druck auf Justizministerium wächst

Kritik kommt auch aus dem US-Kongress: Der Demokrat Ro Khanna warf der Regierung vor, das im Jahr 2025 verabschiedete „Epstein Files Transparency Act“ nicht vollständig umgesetzt zu haben. Er fordert die vollständige Veröffentlichung aller Dokumente, eine Prüfung möglicher weiterer Anklagen und sogar disziplinarische Maßnahmen gegen Justizbeamte, die Transparenz verweigern.

Auch die Clintons stehen unter Druck: Das Repräsentantenhaus wird diese Woche voraussichtlich über einen Antrag abstimmen, Bill und Hillary Clinton wegen Missachtung des Kongresses anzuklagen – da sie sich weigerten, einer Vorladung zu folgen. Clinton-Anwälte bezeichnen die Vorladung als „rechtlich nicht durchsetzbar“.

Demokraten wie Jamie Raskin betonen jedoch, dass auch Justizministerin Pam Bondi für ihre mangelnde Kooperationsbereitschaft zur Verantwortung gezogen werden müsse, bevor man die Clintons ins Visier nehme.

Fazit: Öffentlichkeit bleibt skeptisch

Trotz der Masse an Dokumenten bleibt die Frage nach echter Gerechtigkeit offen. Die Veröffentlichung hat zwar viele bekannte Namen ins Rampenlicht gerückt, doch ohne neue juristische Konsequenzen oder lückenlose Aufklärung bleibt der Eindruck eines Systems, das eher Eliten schützt als Opfer.

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