Nach dem Angriff auf die größte Synagoge im US-Bundesstaat Michigan versuchen Ermittler weiterhin, das Motiv des Täters zu klären. Die Behörden haben inzwischen neue Informationen über den Verdächtigen und den Ablauf der Tat veröffentlicht.
Der mutmaßliche Täter wurde als Ayman Mohamad Ghazali (41) aus Dearborn Heights identifiziert. Am 12. März fuhr er mit einem Pickup-Truck in den Eingang der Temple Israel Synagoge in West Bloomfield. Es kam zu einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften, bevor Ghazali sich laut FBI selbst in den Kopf schoss und starb.
Nach Angaben der Behörden wurden keine Mitglieder der Synagoge verletzt, obwohl sich auch Kinder aus einer Vorschule im Gebäude befanden. Ein Sicherheitsmitarbeiter wurde jedoch von Ghazalis Fahrzeug angefahren.
Täter hatte keine Vorstrafen
Ghazali stammte ursprünglich aus Libanon und kam 2010 mit einem Einwanderungsvisum in die Vereinigten Staaten. Im Jahr 2016 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft.
Laut FBI hatte er keine Vorstrafen, keine registrierten Waffen und war zuvor nicht Gegenstand von Ermittlungen. Er arbeitete zuletzt in einem Restaurant für nahöstliche Küche in Dearborn Heights.
Gerichtsunterlagen zeigen außerdem, dass sich Ghazali 2024 von seiner Ehefrau scheiden ließ. Das Paar hat mindestens ein gemeinsames Kind.
Familie bei Luftangriff getötet
Lokale Behörden erklärten, dass mehrere Mitglieder von Ghazalis Familie kürzlich bei einem Luftangriff im Libanon getötet wurden, während der aktuellen militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran.
Berichten zufolge wurden zwei seiner Brüder sowie eine Nichte und ein Neffe bei dem Angriff getötet. Für die Familienmitglieder fand eine Trauerfeier in einer schiitischen Moschee in Dearborn Heights statt.
Das FBI prüft außerdem Berichte, wonach einige Familienmitglieder angeblich Verbindungen zur Hisbollah gehabt haben könnten. Die Behörde betonte jedoch, dass die Ermittlungen hierzu noch laufen.
Ablauf des Angriffs
Nach Angaben des FBI parkte Ghazali am Morgen des 12. März zunächst über zwei Stunden auf dem Parkplatz der Synagoge. Zuvor hatte er Feuerwerkskörper im Wert von rund 2.000 Dollar gekauft und hatte außerdem Benzin im Fahrzeug.
Kurz vor 12:20 Uhr fuhr er mit seinem Ford F-150 in den Eingang des Gebäudes und verletzte dabei einen Sicherheitsmitarbeiter. Das Fahrzeug blieb im Gebäude stecken. Anschließend begann Ghazali, durch die Windschutzscheibe zu schießen.
Es kam zu einem Schusswechsel mit zwei Sicherheitskräften. Gegen 12:31 Uhr fing sein Fahrzeug Feuer. Während der Auseinandersetzung schoss sich Ghazali schließlich selbst in den Kopf.
Religiöse Führer verurteilen Tat
Der Imam Hassan Qazwini, der Ghazali bei der Trauerfeier seiner Familie getroffen hatte, verurteilte den Angriff deutlich.
„Gotteshäuser müssen geschützt werden und dürfen nicht Ziel politischer Gewalt sein“, sagte er. Der Konflikt im Nahen Osten dürfe keine Rechtfertigung für Angriffe auf Synagogen oder Zivilisten sein.
Die Behörden untersuchen den Vorfall weiterhin als gezielten Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinschaft.
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