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Neue Autos in den USA teurer denn je – günstige Modelle verschwinden vom Markt

geralt (CC0), Pixabay
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Der US-Automarkt steht vor einem drastischen Wandel: Neue Zahlen zeigen, dass es im Jahr 2026 kein einziges Neuwagenmodell mehr unter 20.000 US-Dollar gibt. Noch 2024 standen Käufer:innen drei solcher Modelle zur Verfügung – inzwischen sind alle vom Markt verschwunden.

aut Kelley Blue Book, einer Marke von Cox Automotive, lag der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen im Dezember 2025 bei 50.326 Dollar – ein Rekordwert. Auch das Portal Edmunds meldete mit 49.466 Dollar einen Höchststand. Das bedeutet: Viele US-Kund:innen zahlen heute deutlich mehr als 50.000 Dollar für ein neues Fahrzeug – und dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

Verschwundene Einsteigermodelle

Ein wesentlicher Grund für die hohen Durchschnittspreise ist nicht allein die Nachfrage nach größeren und besser ausgestatteten Fahrzeugen, sondern vor allem der Wegfall günstiger Alternativen. Jüngstes Beispiel: Der Nissan Versa, der fast 20 Jahre lang eines der günstigsten Autos in den USA war, wurde im Dezember 2025 eingestellt. Sein Einstiegspreis lag zuletzt bei rund 18.000 Dollar.

Zuvor verschwanden bereits Modelle wie der Mitsubishi Mirage und der Kia Forte – beide lagen ebenfalls unter der 20.000-Dollar-Marke. Damit gibt es derzeit keinen Neuwagen unter 20.000 Dollar mehr in den USA. Das günstigste Modell ist aktuell der Hyundai Venue ab etwa 20.550 Dollar.

Ein Luxusgut für viele

„Wenn man alle Einsteigerfahrzeuge abschafft, kann man sagen, dass so gut wie jedes Neufahrzeug inzwischen ein Luxusgut ist“, erklärt ein Marktexperte von Edmunds.com. Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Lieferketten hätten die Preisstruktur der Branche grundlegend verändert, ergänzt eine Analystin von Cox Automotive. Die neuen, hohen Preise seien mittlerweile der „neue Normalzustand“.

Preisdruck durch Einfuhrzölle

Ein weiterer Faktor: 25 % Strafzölle auf importierte Autos und Teile, die die Trump-Regierung eingeführt hat. Viele günstige Fahrzeuge wurden bislang in Ländern mit niedrigeren Löhnen produziert. Die Zölle erhöhten die Produktionskosten, was laut Experten vor allem Modelle mit geringen Gewinnspannen – wie den Versa – wirtschaftlich unrentabel machte.

Belastung für einkommensschwächere Haushalte

Diese Entwicklung verschärft die bestehende soziale Spaltung. Während Menschen mit hohen Einkommen zunehmend teure SUVs und Premiumfahrzeuge kaufen, geraten Haushalte mit geringerem Einkommen immer stärker unter Druck. Laut einer Analyse von Cox Automotive sank der Anteil der Käufer:innen mit einem Jahreseinkommen unter 75.000 Dollar von 37 % (2019) auf nur noch 26 % (2025).

Gleichzeitig stieg der Anteil der Käufer:innen mit mehr als 150.000 Dollar Jahreseinkommen von 29 % auf über 40 %. Viele Amerikaner:innen halten an ihren alten Fahrzeugen fest oder greifen auf den Gebrauchtwagenmarkt zurück – wer sich gar kein Auto mehr leisten kann, ist in ländlichen Gegenden oft mobilitätsmäßig abgehängt.

Perspektive: Sinkende Preise?

Trotz der dramatischen Entwicklung gibt es einen Hoffnungsschimmer: Für das Jahr 2026 wird ein leichter Rückgang der Durchschnittspreise um etwa 500 Dollar erwartet. Auch könnten Hersteller durch Rabattaktionen und Preisnachlässe versuchen, neue Kund:innen zu gewinnen – insbesondere angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks durch junge Gebrauchtwagen.

Dennoch bleibt der Trend eindeutig: Günstige Neuwagen verschwinden, während das Auto für viele Menschen in den USA zunehmend zum Luxusgut wird – ein weiteres Zeichen für die wachsende soziale und wirtschaftliche Kluft im Land.

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